10 Jahre Krise - haben die Banken dazugelernt?
Robert Baumann Keine Kommentare

Aktuell wird das zehnjährige Jubiläum der größten Finanzkrise, seit dem Black-Thursday im Jahr 1929, von Zeitungen und anderen Medien regelrecht zelebriert. Auch wir wollen diese Chance nicht ungenutzt lassen, einige Zeilen dazu zu verlieren und anhand aktueller Themen zu diskutieren ob die Branche ihre Lehren aus dem Fiasko gezogen hat.

Der deutsche Bankensektor im Umbruch? EZB-Direktorin Lautenschläger findet hierzu klare Worte.

Die jüngsten Entwicklungen legen nahe, dass es bald einige Änderungen in der Finanzbranche und in der Geldpolitik geben könnte. So äußerte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger zuletzt große Bedenken hinsichtlich der Ertragslage der Banken und erklärte weiter, dass die schiere Größe des deutschen Bankensektors mit rund 1.600 Instituten, eigentlich eine klare Konsolidierung erfordert. Der enorme Wettbewerbsdruck und teilweise schlecht aufgebaute Filialinfrastrukturen, haben einerseits die Margen derart gedrückt und gleichzeitig die Kosten hochgehalten, sodass die Zukunft vieler Bankhäuser nur durch sichtbar ansteigende Preise für Bankdienstleistungen, gewährleistet werden könne. Kurz zuvor machte sie ihre Haltung zur aktuellen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank klar. In einem Interview mit der Zeitung „Mannheimer Morgen“ betonte sie die Notwendigkeit einer baldigen Abkehr von der expansiven Geldpolitik, vorausgesetzt es sei ein stabiler Inflationstrend, nahe der 2-Prozent Marke, zu erkennen. Zuletzt war wieder ein weiterer Anstieg der Inflation um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet worden, wie der Spiegel berichtet. Die Maßnahmen, zur Eindämmung der fatalen Auswirkungen der Finanzkrise, könnten also durchaus ein baldiges Ende finden, oder zumindest schrittweise zurückgefahren werden. Und auch wenn die Banken heute flächendeckend über weitaus mehr Eigenkapital verfügen, möchte Lautenschläger den Ausbruch einer neuen Krise keinesfalls ausschließen. Gewichtige Worte, wenn man zusätzlich bedenkt, dass Sabine Lautenschläger nicht nur EZB-Direktorin, sondern auch stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht ist und über beste Informationen bezüglich der aktuellen Lage verfügen dürfte.

Alarmierende Umfrageergebnisse: Europas Banken lockern die Standards zur Kreditvergabe weiter auf.

Passend zu Lautenschlägers Äußerungen zur Ertragslage der Banken, kommen die am Dienstag von der EZB veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage unter europäischen Banken. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zeigt sich eine weitere Lockerung der Kreditstandards in den Bereichen Unternehmens- und Immobilienkredite der Banken in Europa im zweiten Quartal dieses Jahres. Darüber hinaus wird für das dritte Quartal mit weiteren Aufweichungen der Kriterien zur Kreditvergabe gerechnet. Erforderlich macht das, so die Umfrageergebnisse, der gestiegene Wettbewerbsdruck. Kein überraschendes Ergebnis, wenn man die Flutung der Märkte mit Liquidität in den vergangenen Jahren bedenkt. Nach den Ergebnissen der Umfrage zu urteilen, findet die bereitgestellte günstige Liquidität, aber auch besser denn je ihren Weg zu den Unternehmen.

Auch im Bereich Immobilienfinanzierung steigt die Kreditnachfrage und für das dritte Quartal wird weitgehend mit einem weiteren Zuwachs gerechnet. Die Triebfedern hierzu seien vor allem die günstigen Zinsen und die hervorragende Preisentwicklung am Immobilienmarkt. Gerade hier ist jedoch Vorsicht geboten. Schließlich waren massenweise, überbewertete Immobilienkredite ein maßgeblicher Auslöser der Finanzkrise 2007. Und auch in Spanien erschuf ein maßlos überhitzter Immobilienmarkt, durch eine folgende Kreditklemme und Liquiditätsengpässe, ganze Geisterstädte. Momentan wird auch wieder gerade vor einer Immobilienblase in spanischen Großstädten gewarnt. Ebenso die stets steigenden Immobilienpreise in Deutschland, einem Land mit vergleichsweise stabilen Arbeitsmarkt und hervorragender Bonität, werden immer wieder zum Spekulationsobjekt. Doch ob hier oder dort eine Blase platzen wird bleibt vorerst abzuwarten.

Die Geldpolitik und ihre Folgen: Künstlicher Wettbewerbsdruck unter den Banken trifft vor allem  die Verbraucher – Verbraucherschützer sind alarmiert.

In jedem Fall hat die Geldpolitik der EZB drastische Nebenwirkungen auf Sparer und Anleger, wie der ehemalige Bundesbankvorstand und momentane Verwaltungsratschef des Schweizer Vermögensverwalters UBS, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche zuletzt anmerkte. Er sieht es jedoch positiv, dass nun endlich ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zur Stabilisierung der europäischen Wirtschaft und Gemeinschaftswährung, auf dem Plan des EZB-Rats steht. Und hier schließt sich der Kreis wieder bei Sabine Lautenschlägers Äußerung zu einer bald notwendigen Erhöhung der Kosten für Bankdienstleistungen. Denn die Notwendigkeit einer Konsolidierung innerhalb einer angeschlagenen Branche, die wohl nur bedingt aus ihren Fehlern vor der Krise gelernt hat, ist wohl auch ein Resultat der Geldpolitik der EZB. Und um nun wieder auf die Beine zu kommen scheinen die Institute – wie sollte es auch anders sein – den Kunden – sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden, nun stärker zur Kasse zu bitten, oder aus Sicht der Presseabteilung eines Geldinsitutes: „bitten zu müssen“. Diesen nun seit einigen Jahren anhaltenden Trend zu mehr Mut zu Kreativität bezüglich der Gebührenposten bei Bankendienstleistung, beobachteten die Verbraucherschützer sehr genau. Mehrere Verbraucherzentralen klagen inzwischen gegen intransparente und schlichtweg nicht nachvollziehbare Kostenstrukturen bei Bankdienstleistungen, wie der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, gegenüber dem Handelsblatt erklärte.

Die weitere Entwicklung und Optionen: Externe Beratung und Vergleichsgebot

Wie sich diese Debatte um Transparenz entwickeln wird bleibt abzuwarten, doch die Kritik an den Geldinsituten reißt nicht ab. Egal ob Bausparer, Zinsmanipulation, Intransparenz oder sonst was – die Branche steht immer wieder negativ in den Schlagzeilen und scheint sich weder davon noch von veralteten Geschäftspraktiken trennen zu können. Wir raten daher zu Vorsicht und professioneller Unterstützung bei wichtigen Finanzierungsentscheidungen. Denn auch wenn Milliardenstrafen an manchen Instituten abperlen wie Wasser auf Autolack, treffen die unübersichtliche Preisgestaltung und verwässerte Konditionsvereinbarungen, den normalen Kreditnehmer und auch kleinere Betriebe vergleichsweise hart. Ob die Banken aus den vergangenen Desastern gelernt haben ist also zumindest fragwürdig.

Doch in der modernen Unternehmensfinanzierung ist man glücklicherweise heute nicht mehr ausschließlich auf Banken angewiesen, sondern hat einige Optionen zur Hand. So decken alternative Finanzdienstleister immer größere Bereiche in der Welt der Corporate Finance ab, und bieten so Unternehmern und Selbständigen attraktive Ausweichmöglichkeiten – und das zu fairen und transparenten Konditionen. Der Markt für alternative Finanzierungen ist seit der Finanzkrise enorm gewachsen und  die Zugangshürden sind immer niedriger geworden. Hier werden Unternehmer und Selbständige aus den verschiedensten Branchen fündig. Da der Markt jedoch förmlich explodiert ist, gilt auch hier: Gute Beratung ist Alles. Denn die Angebote, Leistungen und Finanzierungskonditionen sind von Anbieter zu Anbieter höchst unterschiedlich. Ein Vergleich zu den gängigen Alternativen lohnt sich aber allemal. Wir verfolgen die Marktentwicklung seit vielen Jahren und kennen die Vorzüge und Nachteile der verschiedenen Anbieter und vermitteln so, seit mehr als 20 Jahren, die perfekte, individuell zugeschnittene Finanzierung für Unternehmen aller Größe und Branchen. Bei Fragen zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir beraten Sie stets zuverlässig, kompetent und unverbindlich.

 

 

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