9 Tipps für gute Bonität
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Brauchen Unternehmen einen Kredit, so kommt unmittelbar die Frage nach ihrer Bonität auf.

Aber was steckt hinter dem Begriff Bonität eigentlich?

Bonität, auch Kreditwürdigkeit genannt, bedeutet die Fähigkeit sowie die Bereitschaft eines Schuldners seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in voller Höhe nachzukommen. Das ist für die potenziellen Geldgeber natürlich besonders wichtig, denn das vergebene Kapital soll auch vollumfänglich und höchstwahrscheinlich zurückfließen.

Im Rahmen von Ratingverfahren führen Kreditinstitute deshalb mathematisch-statistische Auswertungen sämtlicher Einflussfaktoren der Kreditwürdigkeit durch und ermitteln einen Endwert: das Rating. Diese „Note“ entscheidet letztendlich über eine Zu- oder Absage der Kreditanfrage sowie über die Kreditbedingungen. Je schlechter die Bonität, desto höhere Zinsen müssen Unternehmen in der Regel zahlen, um für das erhöhte Risiko der Bank aufzukommen.

Wir fassen die 9 wichtigsten Ratschläge zusammen, durch die Sie die Bonität Ihres Unternehmens steigern können.

1. Liquiditätsplanung

Ein gesundes Unternehmen lässt eine gründliche und nüchterne Liquiditätsplanung vornehmen. Eingeräumte Kreditlinien werden nicht überzogen, Lastschriften gehen nicht zurück, kurz: Ihr Unternehmen sollte die Ein- und Auszahlungen in Verbindung zu Ihrem Geschäft so gut beleuchten, dass Liquiditätsengpässe möglichst vermieden werden. Alle Maßnahmen, die die Stabilität und Planungssicherheit in Verbindung zu Ihren Umsätzen  erhöhen sowie Ausgaben minimieren, erhöhen die Liquidität und Bonität.

2. Unternehmensführung & Controlling

Zum guten Liquiditätsmanagement gehören eine plausible Umsatz- und Ertragsschätzung. Eine konsequente Unternehmensführung und der Einsatz von Controlling-Instrumenten, wirkt seriös: Sie zeigen Ihrem Kreditinstitut, dass Sie auch Ihre zukünftige Ertragslage im Blick haben und bei der Bewertung Ihrer Kreditwürdigkeit verbuchen Sie ein Plus.

3. Eigenkapitalquote optimieren

Bei der Beurteilung der Bonität eines Unternehmens spielt die Eigenkapitalquote, die das Verhältnis von Eigenkapital zur gesamten Bilanzsumme ausdrückt[1] eine zentrale Rolle.

Eine hohe Eigenkapitalquote ist aus der Perspektive des Kreditgebers sehr wertvoll, denn je höher die Eigenkapitalquote ausfällt, desto höher ist die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit des Unternehmers gegenüber den Fremdkapitalgebern. Im Insolvenzfall kann dieses Kapital zudem erst abgezogen werden, wenn alle Gläubiger bedient worden sind. Als Faustregel gilt eine Quote von 30% der Bilanzsumme als erstrebenswert.[2]

4. Leasing statt Kauf

Eine Möglichkeit die Bilanzsumme Ihres Unternehmens zu verkürzen, bietet die Alternative des Leasings. Firmenleasing, auch als Gewerbe- oder Geschäftsleasing bekannt, ist eine Finanzierungsalternative für Unternehmen, bei der das zu finanzierende Objekt (Leasingobjekt) nicht erworben, sondern durch einen Leasinggeber finanziert wird.
Unternehmen, die Ihre Bonität optimieren möchten, können somit sämtliche große Anschaffungen (Anlagen, Maschinen usw.) vermeiden, beziehungsweise deren Kosten über mehrere Perioden hinweg aufteilen. Kreditlinien werden weniger ausgelastet, Kreditrisiken bei manchen Leasing-Modellen (Finance-Leasing) durch den Leasinggeber übernommen – das ist gut für Ihre Bonität.

5. Verkaufen Sie Ihre Forderungen mit Factoring

Ein weiterer Weg, die Bilanzsumme zu verkürzen und dabei Ihre Eigenkapitalquote zu optimieren, ist die Inanspruchnahme von Factoring. Factoring ist eine Alternative kurzfristiger Fremdfinanzierung, bei der ein Finanzierungsinstitut (Factor) die Forderungen Ihres Unternehmens ankauft und diese bis zu ihrer Fälligkeit bevorschusst. Bei überraschenden Zahlungsausfällen Ihrer Kunden bietet Ihnen diese Alternative einen stabilen Cash-Flow. Fallen sämtliche Forderungen aus der Bilanz weg, so verbessert sich die Eigenkapitalquote und es kommt zu besseren Kreditratings.

6. Finanzieren Sie Ihre Einkäufe durch Finetrading vor

In der Vorfinanzierung von Aufträgen brauchen Unternehmen wertvolle Liquidität auf, was sich wiederum negativ auf ihre Bonität auswirkt. Fehlen finanzielle Mittel, um in Vorleistung gehen zu können, eignet sich der Einsatz von Finetrading. Der Finetrader kauft im Auftrag Ihres Unternehmens Ware auf eigene Rechnung ein und ermöglicht Ihnen, durch das sofortige Begleichen innerhalb der Skontofrist, wertvolle Rabatte. Finetrading bietet für Unternehmen den Mehrwert der sofortigen Liquiditätsverbesserung und des Anstiegs der Umsätze, da zusätzliche Projekte realisiert werden können.

Des Weiteren werden Ihre Verhandlungsposition und Ihr Image bei den Lieferanten durch zügiges Begleichen von Wareneinkäufen maßgeblich gestärkt. Bessere Preise und sämtliche Skonti und Rabatte vermindern die Ausgaben und bewahren Ihre Liquidität, ein weiterer Schritt in Richtung besseres Rating.

7. Inkasso

Auch der Einsatz von Inkasso– sei er auch weniger beliebt – bietet sich an, um Ihre Bonität zu verbessern. Drücken unbezahlte Rechnungen auf Ihre Liquidität, so können Sie die Finanzierungslösung Inkasso jederzeit einsetzen, wenn Ihre Schuldner über das vereinbarte Zahlungsziel hinaus mit dem Begleichen von offenen Rechnungsbeträgen nicht nachkommen. Die Kosten dieser Alternative können Sie laut § 286 BGB beim Schuldner rechtlich geltend machen.

8. Eine solide Investitions- und Finanzplanung

Eine solide Investitions- und Finanzplanung können auch Ihre Liquidität und Bonität maßgeblich steigern. Hohe Anschaffungsbeträge im Zusammenhang zu langfristigen Investitionen (IT, Maschinen, Bürogebäude) belasten Ihre Liquiditätssituation. So manche Anschlussfinanzierung Ihrer fälligen Kredite kann zudem kostspielig werden. Um die Abhängigkeit in Bezug auf kurzfristige Finanzierung zu managen, empfiehlt sich die Faustregel, dass Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital mindestens so hoch sein sollten, wie das Anlagevermögen. Oft lohnt sich für das Überbrücken von Liquiditätsengpässen die Inanspruchnahme von Förderbanken (Tipp: LfA Akutkredit[3]).

9. Information & Kommunikation

Zu guter Letzt müssen Sie als Unternehmer auch die subjektiven Aspekte Ihrer Bonität im Auge behalten. Möchten Sie ein wichtiges Projekt finanzieren, dann bereiten Sie am besten überzeugende Unterlagen für Ihr Kreditinstitut vor, damit der Kreditgeber sich ein möglichst ganzheitliches Bild von Ihrem Vorhaben machen kann. Treten in Ihrem Unternehmen Liquiditätsengpässe auf, dann agieren Sie proaktiv und lassen sich bei Ihrer Bank zu Lösungsmöglichkeiten beraten. Dies beweist Ihrem Kreditgeber, dass Sie Schieflagen früh erkennen und beheben – ein wichtiges Signal für Ihre Bonität.

 

Quellen & Fußnoten

[1] , in Prozent der Bilanzsumme.
[2] Bedeutung der Eigenkapitalausstattung für den Mittelstand, A. Trauvetter, 2011, HWWI, http://www.hwwi.org/uploads/tx_wilpubdb/HWWI_Policy_Paper_01.pdf,  Seite 8 ff
[3] http://lfa.de/website/de/foerderangebote/stabilisierung/foerderangebot/index.php

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