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Blankokredite: Kredite ohne dass Sicherheiten gestellt werden müssen

Was genau sind Blankokredite und wer bekommt sie?

Bei Banken lässt sich generell in zwei verschiedene Arten von Krediten differenzieren, als Oberkategorie sozusagen, bevor die Kredite selbst nochmals in weitere Sparten eingeteilt werden können. Diese zwei Oberkategorien von Krediten sind erstens besicherte Kredite und zweitens Blankokredite. Möchte man bestimmen, welche Kreditart einem bestimmten Darlehen zugeschrieben werden kann, ist dies meist individuell und kann nicht so einfach pauschalisiert werden, da mehrere Faktoren bei der Bestimmung beteiligt sind. Ebenso ist es mit den Vor- und Nachteilen, die ein besicherter Kredit oder ein Blankokredit mit sich bringen kann.

Was ist ein Blankokredit?

Den Blankokredit kann man am besten zur Abgrenzung zum besicherten Kredit erklären. Denn einfach gesagt, ist ein Blankokredit nichts anderes als ein Darlehen von einer Bank, dass eben nicht besichert ist. Besicherungen des Darlehens fallen beim Blankokredit also weg, das heißt auch dementsprechend, dass der Kreditnehmer keine Sicherheiten wie etwa Bürgschaften oder ähnliches aufbringen muss, um den Kredit zu erhalten. Nun, davon träumt wohl in erster Linie jeder Kreditnehmer, dass er keine Sicherheiten für das Darlehen aufbringen muss – doch genau hier muss man die Sache mit dem Blankokredit auch etwas relativieren: Warum sollte eine Bank keine Sicherheiten wollen für das Geld, dass sie ihren Kunden gibt? Schlichtweg deshalb, weil Blankokredite meist nur an zwei Arten von Kunden vergeben werden: Entweder sind dies nämlich Kunden mit einer hervorragenden Bonität, bei denen sich die Bank sicher sein kann, dass sie den Kredit auch zurückzahlen können, oder die Darlehenssumme des Kreditnehmers ist so gering, dass die Besicherung des Darlehens sich für die Bank nicht rentabel wäre, da dies auch immer mit Kosten verbunden ist.

Ein Blankokredit für Jedermann

Ein typischer Blankokredit, der fast jedem Kreditnehmer zur Verfügung gestellt wird, ist der Dispositionskredit. Bekanntlich ist der Dispositionskredit ein Überziehen des Kontos hin zu einer bestimmten Kreditlinie, die mit der Bank ausgemacht wurde. Beim Dispositionskredit fällt die Besicherung der Summe durch die Bank weg, sie benötigt keinerlei Sicherheiten. Hier kommt auch ein Nachteil des Blankokredits ins Spiel: Zwar verzichten die Banken auf eine Besicherung des Kredits, doch die Zinsen, die man beim Dispositionskredit zahlt, sind auch relativ hoch.

Gibt es einen Ratenkredit als Blankokredit?

Prinzipiell: ja. Doch geht man vom Prinzip in die Praxis, muss man die Sache des Ratenkredits als Blankokredit genauer betrachten. Ob die Bank einen Ratenkredit als Blankokredit vergibt, hängt in erster Linie vom potentiellen Kreditnehmer ab. Um genauer zu sein, von seiner Kreditwürdigkeit und von der Darlehenssumme, die er beantragen möchte. Hat man einen negativen Eintrag in der Schufa, kann man die Sache mit dem Blankokredit eigentlich vergessen – der Bank ist dies dann schlichtweg zu riskant und wird mögliche Besicherungen vom Kreditnehmer einfordern.

Immobilienkredit als Blankokredit

Eine interessante Sache zum Blankokredit gibt es da noch: Immobilienkredite werden zum Teil auch als Blankokredite vergeben. Immobilienkredite zeichnen sich bekanntlich durch ihre sehr hohe Summe aus – wieso werden diese dann nicht besichert? Es ist so, dass ein großer Teil der Darlehenssumme des Immobilienkredits durch eine Grundschuld besichert wird. Jedoch hat die Bank nicht die Möglichkeit, diese Grundschuld als Sicherheit für die komplette Darlehenssumme zu bewerten. Insofern kann es durchaus sein, dass 10 – 20 Prozent des Immobilienkredits ein Blankokredit sind.