Mezzanine Kapital
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Die Vermeidung der Insolvenz, einer infolge schlechter Finanzierungsstruktur in Schieflage geratenen Firma, genießt nicht nur unternehmensintern oberste Priorität. Insbesondere die Gläubiger der Firma haben reges Interesse an der Fortführung des Geschäftsbetriebes. Der Schaden eines Rückzahlungsausfalls soll schließlich möglichst gering gehalten werden. Sobald die Möglichkeit einer drohenden Insolvenz bekannt wird – sei es auch nur ein Gerücht – wird es schwer für ein Unternehmen zusätzliches, zur Refinanzierung dringend benötigtes Kapital zu beschaffen. Die einzigen Infrage kommenden Gläubiger, sind jene, mit hoher Risikobereitschaft. Banken sind ungeeignete Finazpartner in solchen Situationen. Den Gang zur Bank kann man sich getrost ersparen. Die beinahe sichere Absage zu einer Kreditlimiterweiterung, ist das Ablaufen des Schuldners schlichtweg nicht wert.

Der Konflikt der Interessen zwischen Schuldner und Gläubiger, ist offensichtlch. Während der Unternehmer Vertrauen in die Fortführung seines Geschäfts hat (er kennt die Umstände und Fakten am besten), ist bei den Kreditoren gesunder Zweifel und eine Neubewertung der Lage angesagt. Doch sind es nicht gerade die Krisen, die Chancen kreieren, aus dem vermeintlich verlorenen Kampf erstarkt hervorzugehen?

Insolvente Unternehmen sind nicht selten wegen finanziellem Missmanagement in die Zahlungsunfähigkeit geraten und nicht weil die Produkte oder Umsatz nicht stimmten. Werden nun dringend neue Mittel benötigt den Finanzplan zu sanieren oder die Umsätze zu generieren, bieten sich ausschließlich risikofreudige Investoren an. Mit frischem Kapital sollen marode und unflexible Finanzprodukte abgelöst werden. Ein solches Finanzprodukt, das auch gebeutelten Unternehmen die Weiterführung vermeintlich rentabler Projekte erlaubt, ist der Mezzanine-Kredit.

Wie funktioniert der Mezzanine-Kredit?

Der Finazier räumt hierbei den anderen Schuldnern Vorrang bei der Bedienung der Verbindlichkeiten ein. Das zusätzliche Risiko wird mit einem Risikoaufschlag in Form eines höheren Zinssatzes kompensiert. Der Geldgeber ist vom nicht-Eintreffen der Insolvenz und somit von der Wettbewerbsfähigkeit des Produktes überzeugt.

Im Falle einer Insolvenz werden zuerst die Schulden bei der öffentlichen Hand, dann von Lieferanten und Großgläubigern (zumeist Geldinstituten) beglichen. Die Forderungen des Mezzanine-Kreditors werden zuletzt bedient.

Ablauf und Konditionen

Die Verfügbarkeit von liquiden Mitteln, schafft der Unternehmung Luft zum atmen. Die Restrukturierung kann beginnen.

Vorteile der Mezzanine-Fremdfinanzierung

Mezzanine schafft die Möglichkeit eine Insolvenz anzuwenden. Wenn andere Gläubiger aufgrund hohen Risikos ihre Forderungen liquidieren und die Lage weiter verschärfen, bleibt der Mezzanine an Seite des Unternehmens.

Bilanzierte Forderungen werden durch Restrukturierung entlastet, die Bonität verbessert sich. Diese Restrukturierung verschafft dem Unternehmer Zeit und vergrößert den Handlungsspielraum.

Nachteile des Mezzanine

Höhere Zinsen und schwierige Risikoaufschlagsberechnung.

Charakteristika des Mezzanine-Kapitals

Im Falle einer Insolvenz wird Mezzanine-Kapitald nachrangig behandelt. Die Forderungen des Mezzanine-Gläubigers werden nach allen anderen Fremdkapitalgebern, jedoch vor den Eigenkapitalgebern bedient. Der Rangrücktritt sorgt dafür, dass Mezzanine-Kapital als Eigenkapital behandelt wird. Die bilanzieren Auswirkungen: Erhöhung des Eihenkapitals vereinfacht die Aufnahme weiteren Fremskapitals. Die Mischung der Finanzierungsstruktur senkt die Gesamtverzinsung der Forderungen.

Das Mitspracherecht des Kapitalgeber beschränkt sich normalerweise auf Auskunftserteilung im Controlling. Das operative Geschäft wird nicht beeinflusst. Die Art der Beteiligung kann in den folgenden Formen stattfinden:

  • Wertpapierverbriefung in Form von Genussscheinen: Gewinnansprüche des Kapitalgeber bestehen, sind aber vom Jahresüberschuss abhängig. Entschädigung erfolgt nur innerhalb der Laufzeit und nur bei ausreichendem Jahresüberschuss. Im Falle einer Insolvenz kann der Kapitalgeber aufgrund des Eigenkapital-Charakters nur nachrangig bedient werden.
  • Stille Gesellschaft: Eine Art Schuldverhältnis,
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