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Ab dem 25. Mai müssen fast alle deutschen Unternehmen mit massiven monatlichen Mehrausgaben rechnen – der Grund: eine irrsinnige EU-Richtlinie. Wer sich nicht schnell informiert, riskiert darüberhinaus horrende Strafen.

Die EU lernt nicht aus den Fehlern ihrer Vergangenheit. Nachdem sie sich an der Regelung der maximalen Krümmung der Gurke, der Mindestgröße von Äpfeln und dem Salzgehalt des Brots probiert hat, erreicht der Regulierungswahn nun ein neues Level. Das Opfer diesmal: der deutsche Mittelstand.

Mit der neuen Datenschutzverordnung (DSGVO), tritt am 25. Mai 2018 ein Bürokratie-Monster in Kraft, das die deutsche Wirtschaft nachhaltig schädigen könnte. Das Ziel der DSGVO war die Etablierung eines EU-weiten einheitlichen Datenschutzstandards – das Ergebnis ist eine massive Verkomplizierung und Verschärfung der Datenschutzrichtlinien, die vor allem den Mittelstand jede Menge Zeit und Geld kosten wird.

Als eine der führenden deutschen Beratungsgesellschaften für Unternehmensfinanzierungen hat die Finanzierung.com GmbH Einblick in die Finanzplanung zahlreicher deutscher mittelständischer Unternehmen. Erhebungen der Finanzierung.com GmbH ergeben, dass 79 % der mittelständischen Unternehmen signifikante Kosten durch die neuen Regelungen erwarten, die sie langfristig in ihrer Bonität und ihrem Wachstum einschränken werden. Viele Unternehmen geben zudem an, nicht ausreichend auf die neuen Regelungen vorbereitet zu sein, was brandgefährlich ist, da Verstöße mit Bußgeldern von bis zu 20 Mio. € bzw. 4 % des Vorjahresumsatzes sanktioniert werden.

Was ändert sich durch die DSGVO?

Unternehmen müssen bis zum 25. Mai ihre Datenschutzerklärungen neu schreiben (lassen), ab einer Unternehmensgröße von neun Mitarbeitern einen Datenschutzbeauftragten einstellen sowie den gesamten Datenverarbeitungsprozess dokumentieren. Abgesehen von den kurzfristig entstehenden Kosten, werden diese neuen Regelungen auch langfristig zu einem immensen Zeitfaktor – und Zeit ist Geld!

Besonders irrsinnig ist die neue Regelung der Rechenschaftspflicht. Diese liegt fortan, entgegen der in Deutschland üblichen Praxis, beim Unternehmen. Im Falle einer Klage muss folglich das Unternehmen nachweisen, alle Daten entsprechend der neuen Verordnung verarbeitet zu haben. Es gilt also: im Zweifel gegen den Angeklagten.
Zu allem Überfluss gibt es zukünftig unangemeldete Kontrollen durch deutsche Behörden.

Wer ist von der DSGVO betroffen?

Unternehmen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten oder eine Website betreiben, da diese in 99 % der Fälle personenbezogene Daten erfasst (IP-Adresse, E-Mail, Facebook Like-Button, Cookies etc.), unterliegen der neuen Verordnung. Besonders streng sind die Regelungen bei sensiblen Daten und Datenprofilen, wie sie zum Beispiel bei Arztpraxen vorliegen.

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) trifft es am härtesten

Ein stark strukturierter und bürokratisierter Arbeitsalltag ist in vielen Großunternehmen bereits Alltag – KMUs haben das Nachsehen. Dies liegt vorrangig an den strengen Regulierungen, die zwangsweise zu einer wesentlich zeitintensiveren Datenverarbeitung führen. Hierfür sind Implementierungs-Projekte und Schulungen der Mitarbeiter erforderlich, die sowohl die IT als auch die internen Datenschutzstrukturen des Unternehmens betreffen. Auch die etwaige Beschaffung neuer Datenverarbeitungsprogramme sowie die Einstellung eines Datenschutzbeauftragten tragen zu den Kosten bei. Schätzungen gehen von mehreren Tausend Euro monatlichen Kosten aus – selbst für kleine Unternehmen.

DSGVO – Alles nur Mist?

Die Grundsatzdatenschutzverordnung der EU scheitert an ihren eigenen Ambitionen. Übereifrige EU-Politiker haben ein ursprünglich zukunftsweisendes Projekt zu einem Bürokratie-Monster verkommen lassen, das überdies eine kaum kontrollierbare Angriffsfläche für Klagen und Mahnungen bietet. Die Regelungen sind mitunter derart  komplex und undurchsichtig, dass man den Eindruck bekommen könnte, es handele sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Anwälte und Mahnfirmen. Demgegenüber entsteht ein bedrohlicher Schaden am deutschen Mittelstand.

Liebe EU, das kannst Du besser!

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