Nachhaltigkeit bei der Unternehmensfinanzierung
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Ein Beitrag von Thorsten Klindworth, CEO A.B.S. Global Factoring AG

Immer wieder wurde die Wende in der Zinspolitik prophezeit – und dann wurde sie doch wieder verschoben. Während die amerikanische Notenbank FED im letzten Jahr viermal die Leitzinsen erhöht hat, ist hierzulande bislang eine Zinswende ausgeblieben. Und die meisten Chefökonomen und Analysten rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank auch dieses Jahr bei Ihrer Politik bleibt und frühestens mit dem Ende der Amtszeit Draghis Ende 2019/Anfang 2020 eine erste Zinserhöhung möglich sein dürfte.

Was bedeuten niedrige Zinsen für die Unternehmensfinanzierung?

In Gesprächen mit unseren Kunden, Unternehmern von KMU, höre ich daher immer wieder die Frage:  Was bedeutet das anhaltende Niedrigzinsumfeld für unsere Unternehmensfinanzierung?

Zunächst einmal ist viel Liquidität im Markt. Das klingt erst mal positiv, können doch geringere Zinsen als noch vor einigen Jahren ausgehandelt werden. Einige Unternehmen erhalten somit bei ihrer Hausbank günstigere Konditionen. Jedoch hat nicht jedes mittelständische Unternehmen den gleichen guten Zugang zum klassischen Bankkredit. Banken berücksichtigen heute stärker denn je ihre Risiken und auch Eigenkapitalaspekte. Da Eigenkapital besonders für Banken ein knappes Gut ist, wird stringent geratet. Schließlich müssen Banken für eine bonitätsstarke Klientel weniger Eigenkapital vorhalten als für Unternehmen mit mittleren oder schlechteren Bonitäten. Die Ursache dafür ist dabei zweitrangig. So kommt es vor, dass gerade junge, stark wachsende Unternehmen oder Unternehmen, die durch sich verändernde Rahmenbedingungen eine Konsolidierungsphase durchlaufen müssen, den gewünschten Kredit  nicht oder zu ungünstigen Konditionen genehmigt bekommen.

Wir raten unseren Kunden daher, gerade im Niedrigzinsumfeld nicht ausschließlich auf die Hausbank zur Betriebsmittelfinanzierung zu setzen. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Kreditmittelausstattung auch Schwankungsreserven und halten Sie sich Spielräume offen, um auf besondere Situationen reagieren zu können. Überlegen Sie sich sorgfältig, wie Sie kleinere, aber auch größere Investitionen finanzieren. Nutzen Sie auch alternative Finanzierungsinstrumente, um das notwendige working capital zu generieren und sich auch ein wenig Unabhängigkeit von der Hausbank zu verschaffen.

Factoring als Lösung zur Betriebsmittelfinanzierung

Eine Lösung, die sich in Deutschland steigender Beliebtheit erfreut, und ihr althergebrachtes Image, nur Unternehmen in der Krise würden dieses Instrument nutzen, klar überwunden hat, ist das Factoring. Die Zahlen des Factoring-Verbandes belegen für 2017 ein Wachstum an Factoring-Kunden von 33% und für das erste Halbjahr 2018 von 25%, und auch in 2019 wird das starke Wachstum weitergehen. Über 45.000 Unternehmen in Deutschland setzen inzwischen erfolgreich Factoring zur Finanzierung ein. Rund 7% des deutschen Bruttoinlandsprodukts werden inzwischen mit bzw. über Factoring finanziert.

Welche Argumente überzeugen Sie?

  • Factoring ist zwar eine Finanzierung, die dem Unternehmen von außen durch den Factor zugeführt wird, aber sie wird de facto von innen – wie eine klassische Innenfinanzierung – generiert. Die Liquidität entsteht durch den Verkauf der offenen Forderungen – das Unternehmen tauscht sozusagen seine offenen Forderungen gegen schnelle Liquidität. Somit entsteht keine Abhängigkeit von externen Fremdkapitalgebern wie Banken oder Investoren. Gerade bei vielen Start-ups hat sich in der letzten Zeit gezeigt, dass Investoren oder VC-Gesellschaften nicht nur Kapital bereitstellen, sondern auch erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik und strategische Entscheidungen nehmen. Das ist nicht zwangsläufig die gleiche Sicht, wie die des Unternehmers.
  • Factoring ist einfach und kurzfristig umsetzbar und der Liquiditätseffekt tritt schnell ein. Die Liquidität ist planbar und umsatzkongruent. Die offenen Forderungen müssen im Prinzip nur 2 wesentliche Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen frei von Einreden Dritter sein und die Leistung muss vor Rechnungsstellung vollständig erbracht worden sein.
  • Factoring ist ein Weg zu mehr Kapital, der auch dann gangbar ist, wenn der Weg über Banken versperrt ist. So können Sie Investitionen tätigen und Wachstum und Zukunft sichern. Die Liquidität erhöht sich signifikant und stabilisiert das Unternehmen von innen. – zu Preisen, die deutlich unter einem vergleichbaren Kredit liegen.
  • Factoring ist einem Bankkredit auch funktional überlegen, da die direkte Liquidität mit dem Unternehmen mitwächst. So muss bei starkem Wachstum keine Linie nachverhandelt werden und bei schwachem Wachstum wurde kein unnötiger Kostenblock generiert.
  • Factoring fungiert als Wachstumsbooster – besonders bei Unternehmen mit steigenden Umsätzen. Denn in diesem Fall steigen auch die offenen Posten – und die Liquidität daraus, wenn sie im Rahmen eines Factorings weiterverkauft werden. Das ermöglicht Investitionen, Akquisitionen oder die Erschließung neuer Auslandsmärkte.
  • Die generierte Liquidität kann zur Skontierung von Rechnungen eingesetzt werden und damit zur Betriebsmittelfinanzierung – das hat insbesondere bei der aktuellen Zinssituation einen positiven Nebeneffekt auf die Beschaffungskosten.
  • Die inkludierten Serviceleistungen des Factorings überzeugen: die Unternehmen kommen schneller an ihr Geld, da die Forderungen innerhalb von 24 Stunden ausbezahlt werden, und müssen nicht mehr warten, bis ihre Kunden bezahlen. Forderungsausfälle gibt es nicht mehr, denn dafür besteht Versicherungsschutz und das Management kann erhebliche Ressourcen sparen, sowohl finanziell als auch personell.

Der größte Hebel liegt im Servicing

Serviceleistungen – was hier nur als letzter Punkt auf der Liste erscheint, hat fundamentale Auswirkungen auf Ihre Liquidität: Sehr oft wird die Wirkung eines professionellen Debitorenmanagements unterschätzt. Rechnungen schreiben und Zahlungseingänge verbuchen – das machen wir doch ohnehin. Ja schon…aber entscheidend ist, wie.

Es ist ja ganz einfach: Je schneller das Geld für Ihre Forderungen auf Ihrem Konto eintrifft, umso besser ist das. Verschenken Sie hier keine Liquidität. Eine zügige Rechnungsstellung, angepasste Zahlungsziele und ein zeitnahes Mahnwesen setzen einiges an Kapital frei, während Sie ohne diese Maßnahmen schnell nicht kalkulierte Risiken eingehen. Und sollte eine Forderung einmal ganz ausfallen, ist das im Factoring auch kein Problem und führt nicht dazu, dass enorme Umsatzsteigerungen erzielt werden müssen, um den Verlust wieder auszugleichen. Vielmehr greift der 100%-ige Schutz vor Forderungsausfall und erhöht signifikant die Planbarkeit Ihres Kapitals.

Zudem hat die Erfahrung gezeigt, dass die Übernahme des Debitorenmanagements durch einen Profi zu deutlich beschleunigten Zahlungen der Abnehmer führt. Und bei den „schwierigen Fällen“ können Sie sich getrost auf das Fingerspitzengefühl unserer Spezialisten verlassen, die Ihre Kunden sanft „erziehen“ – ohne, dass Sie selbst ihre eigene Kundenbeziehung damit belasten müssten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Mit dem Debitorenmanagement eines guten Factors haben Sie mehr Liquidität, sind im Ernstfall abgesichert und haben freie Ressourcen, die Sie für Ihr Kerngeschäft einsetzen können.

So weit, so überzeugend. Bleibt nur noch die Auswahl des richtigen Factoring-Anbieters. Der Markt ist groß und es lohnt sich auf alle Fälle, die Angebote zu vergleichen, um keine teuren Fehler zu machen.

Mein Rat bei der Auswahl des Factoring-Anbieters

  • Setzen Sie auf langjährige Expertise. Nur dann können Sie auch davon ausgehen, dass die individuellen Besonderheiten ihres Unternehmens richtig abgebildet werden – denn darauf kommt es an! Vertrauen und Transparenz in allen Vorgängen sollten ohnehin selbstverständlich sein.
  • Achten Sie auf einen persönlichen Ansprechpartner. Gerade bei Fragen der Unternehmensfinanzierung ist ein guter direkter Draht, der schnelle Entscheidungen treffen kann, nicht ersetzbar.
  • Ein hohes Maß an Digitalisierung erleichtert die Implementation der Prozesse. Auch die Archivierung aller Dokumente sollte höchsten Standards entsprechen.
  • Und last but not least: Hinterfragen Sie die Gebührenstruktur, schauen Sie, ob die angebotenen Leistungen wirklich zu Ihrer Unternehmenssituation passen und setzen Sie auf individuelle, passgenaue Lösungen statt auf das 08/15-Modell von der Stange.
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