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Konjunkturausblick 2021: Schwacher Silberstreif am Horizont

Restaurants und Läden geschlossen. Veranstaltungen abgesagt. Das neue Jahr hat für viele Mittelständler nicht gut begonnen. Dürfen sie auf baldige Besserung hoffen? Wir wagen einen Konjunkturausblick.

„Aufhellungen mit einigen Wolken“: So überschrieben wir letzten Januar den Konjunkturausblick für das Jahr 2020. Großbritannien hatte die Europäische Union soeben in einem geordneten Prozess verlassen und die von Donald Trump angezettelten Handelskonflikte schienen sich etwas abgekühlt zu haben. Doch da gab es etwas, das uns Sorgen bereitete: Die in China ausgebrochene Coronavirus-Epidemie, schrieben wir, habe das Potenzial, die Weltwirtschaft spürbar auszubremsen. Leider hatten wir damit recht.

Lockdown bis Ostern?

Die Lockdowns, die pandemiebedingten Änderungen im Verbraucherverhalten und die strengen Schutzmaßnahmen führten im vergangenen Jahr zu einer scharfen Rezession. Insgesamt ging die Wirtschaftsleistung in Deutschland gemäß vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts um fünf Prozent zurück. Damit fällt der Rückgang etwas weniger stark aus als im Jahr 2009. Damals brach die Wirtschaftsleistung bedingt durch die Finanzkrise um 5,7 Prozent ein.

Noch immer hat COVID-19 das Wirtschaftsgeschehen fest im Griff. Zurzeit sind bundesweit Teile des Einzelhandels, Restaurants, Friseursalons, Freizeitbetriebe, Schulen und Kindergärten geschlossen. Veranstaltungen sind untersagt und wer kann, lässt seine Belegschaft im Homeoffice arbeiten. Die Schließungen wurden aufgrund der weiterhin hohen Zahl an Neuansteckungen und der gefährlichen Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika erst kürzlich verlängert. Im Vorfeld der Verlängerung war sogar von einem Lockdown bis Ostern die Rede.

Ökonomen erwarten schnelle Erholung

Trotz der aktuell schwierigen Situation blickt ein Großteil der Ökonomen verhalten optimistisch in die Zukunft. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sagt für das laufende Jahr beispielsweise ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent voraus. Die Bundesbank rechnet ebenfalls mit einem Wachstum von drei Prozent. Andere Institute wie das Ifo-Institut prognostizieren gar ein Plus von mehr als vier Prozent. Die Volkswirtschaftler gehen zwar davon aus, dass die zweite Corona-Welle einen kurzfristigen Rückgang verursacht. Sie glauben aber nicht, dass die Wachstumsverluste das Ausmaß des Einbruchs vom Frühjahr 2020 erreichen werden. Denn anders als damals betreffen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten derzeit nicht alle Branchen gleichermaßen. Vor allem die Industrie befindet sich in vergleichsweise guter Verfassung. Im November stiegen die Auftragseingänge um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Sobald die pandemiebedingten Einschränkungen gelockert werden können, kommt es nach Ansicht der meisten Konjunkturprognostiker zu einem schnellen Aufschwung. Treiber der Erholung ist der Konsum. Die Verbraucher mussten während der letzten Monate viele Konsumwünsche aufschieben. Dementsprechend haben sie sich ein finanzielles Polster angespart, das bei Besserung der Lage in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen wird. Davon profitieren insbesondere die vom Lockdown am schwersten gebeutelten Branchen wie die Gastronomie, der Einzelhandel und die persönlichen Dienstleistungen. Schon nach dem letzten Lockdown kam es zu einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres legte das Bruttoinlandsprodukt um satte 8,2 Prozent zu.

Langfristige Schäden nicht auszuschließen

Die Wachstumszahlen der Konjunkturprognosen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, zumal die Vorhersagen mehrheitlich vor den Verschärfungen des Lockdowns von Dezember und Januar entstanden sind. Michael Hüther, der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, beziffert die Kosten des aktuellen Lockdowns auf 3,5 bis 5 Milliarden Euro pro Woche – sofern es in der Industrie weiterhin gut läuft. Hüther weist ferner darauf hin, dass die langfristigen Folgen des Lockdowns noch unbekannt sind.

Das Ifo-Institut erwartet, dass die langfristige Entwicklung der deutschen Wirtschaft unter der Corona-Krise leiden wird. Der krisenbedingte Rückgang der Investitionstätigkeit führe zu einer Verringerung des zukünftigen Produktionspotenzials. Trotz insgesamt geringer Betroffenheit des verarbeitenden Gewerbes befürchten die Ifo-Experten zudem, dass vereinzelte Insolvenzen von Industrieunternehmen eine Schwächung des Produktionsstandorts Deutschland zur Folge haben werden. Mit deutlich mehr Insolvenzen und Betriebsschließungen rechnen die Münchner Volkswirte in den Bereichen Gastronomie und Handel. Angesichts der vergleichsweise geringen Markteintrittshürden glauben sie indessen, dass sich der volkswirtschaftliche Schaden in diesen Branchen langfristig in Grenzen halten wird.

Finanzierungslösungen zur Überbrückung und Vermeidung von Liquiditätsengpässen

Für den Verbraucher mag dies eine tröstliche Erkenntnis sein, nicht aber für die betroffenen Unternehmer, die um ihre Existenz kämpfen. Das gilt umso mehr, als die Zugangshürden zu staatlichen Hilfsgeldern für viele mittelständische Betriebe kaum zu überwinden sind, wie das Beispiel des Einzelhandels zeigt. Obwohl die Einzelhändler im letzten Jahr einen Umsatzverlust von 36 Milliarden Euro erlitten, konnten sie sich bisher lediglich 91 Millionen Euro an Überbrückungshilfen sichern.

Um die Zeit bis zum erhofften Wiederaufschwung am Ende des Lockdowns durchzustehen, sind krisenbetroffene Unternehmen deshalb auf einen Finanzierungsmix angewiesen, der ihnen einen schnellen und unkomplizierten Liquiditätszugang garantiert. Wichtiger Bestandteil eines solchen Finanzierungsmixes sind alternative Finanzierungsmethoden wie Sale-and-Lease-back, Factoring und Mezzanine-Kapital.

  • Sale-and-Lease-back erlaubt einem Unternehmen illiquides Anlagevermögen in liquide Mittel zu verwandeln und so seine Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Für ein Sale-and-Lease-back eignen sich in erster Linie Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge und Immobilien. Das Zurückleasen der verkauften Güter ist bilanzneutral und die Leasingraten lassen sich steuerlich absetzen.
  • Factoring beschleunigt die Zahlungseingänge. Während sich die Kunden in der aktuellen Krisensituation mit dem Begleichen ihrer Verbindlichkeiten deutlich mehr Zeit lassen als normal, zahlt der Factoringanbieter innerhalb von maximal zwei Arbeitstagen. Außerdem übernimmt er das Zahlungsausfallrisiko und leistet mithin einen Beitrag zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen.
  • Mezzanine-Kapital stärkt die Bilanz. Denn Mezzanine-Finanzierungen wie stille Beteiligungen, Genussrechte oder Nachrangdarlehen gelten als wirtschaftliches Eigenkapital. Dadurch erleichtern sie die Aufnahme günstiger Bank- und Förderkredite. Trotzdem lassen sich die Zinszahlungen an die Kapitalgeber als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Die Eigentümerstruktur der Unternehmung bleibt durch die Aufnahme von Mezzanine-Kapital unberührt, zumal die Kapitalgeber keine Eigentumsrechte erhalten.

Finanzierung.com im Einsatz für krisengeplagte Unternehmen

Die Corona-Krise und die Maßnahmen der Regierung sind für den Mittelstand eine enorme Belastung. In Anbetracht der im Gange befindlichen Impfkampagne zeigt sich indes ein schwacher Silberstreif am Horizont. Sofern sich die Lage durch die Verbreitung der mutierten Viren aus Großbritannien und Südafrika nicht zuspitzt, dürfte es ab dem Frühjahr zu einer Entspannung kommen. Bis dahin gilt es durchzubeißen – und die erforderliche Liquidität für einen geordneten Geschäftsbetrieb sicherzustellen.

Gerne unterstützt Sie Finanzierung.com dabei. Wir haben viele zufriedene Kunden, denen wir bei der Überwindung einer existenziellen Krise helfen konnten. Dies ist einer der Gründe, warum wir letztes Jahr zum wiederholten Mal den BankingCheck-Award als bester Vermittler für Unternehmensfinanzierungen in Deutschland erhielten.

Melden Sie sich bei Fragen unter der 089-215 2953 0 oder über anfrage@finanzierung.com. Wir freuen uns über Ihr Anliegen!

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