Finanzierung.com Finanz-Magazin

Kredit ohne Schufa – Wie die hohen Zinssätze entstehen

Bei einem Kredit ohne Schufa zahlt man oft mehr Zinsen und höhere Tilgungsraten als beim Kredit mit Schufa. Wir erklären warum!

Wenn jemand einen Kredit aufnimmt, so sollte dieser in der Regel dazu dienen, die Liquidität des Kreditnehmers zu verbessern, um verschiedene Dinge finanzieren zu können. Doch bei einem Kredit kommt auf den Kreditnehmer nicht nur zusätzliche Liquidität zu, sondern auch gewisse Kosten gehen einher, die Kreditkosten. Kreditkosten kann man nicht pauschalisieren, wie hoch diese nun sein werden, vielmehr hängen diese vom Kredit und auch von der Bank ab, bei der man abschließt. Zu den Kreditkosten zählen auch die zu zahlenden Zinsen für das Darlehen, ebenso wie diverse Gebühren, etwa eine Provision für den Kreditvermittler. Die größten Kosten kommen aber noch immer von den Zinsen, diese hängen wiederum von verschiedenen Faktoren ab, aus denen dann ein Prozentsatz des Zins abgeleitet wird.

Wie kommt der Zinssatz generell zu Stande?

Ein wesentlicher Faktor, welcher die Höhe der Zinsen beeinflusst, ist insbesondere der Leitzinssatz wie auch das Risiko des Darlehens. Wenn man vom Risiko des Darlehens spricht, meint man damit das Risiko für die Bank, da diese ein gewisses Risiko eingeht, wenn sie Geld verleiht, nämlich jenes, dass sie das Geld nicht mehr zurückbekommt – insofern benötigt sie eine gewisse Sicherheit, dass sie das geliehene Geld auch wieder bekommt. Um dieses Risiko einschätzen zu können, wird eine Bonitätsprüfung des Kreditnehmers gemacht. Bei dieser Bonitätsprüfung kommen auch eventuelle Schufaeinträge vor, die mit ein die Prüfung einfließen. Entscheidet die Bank nach der Prüfung, dass ein höheres Risiko besteht, so gleicht sie dieses mit einem höheren Zinssatz aus.

Direktbanken und der Kredit ohne Schufa

Man könnte wohl sagen, dass sich die so genannten Direktbanken in diesem Bereich des Marktes entwickelt haben. Dabei sind Direktbanken meist nur Tochterunternehmen von größeren Banken. Bei Direktbanken wird man kaum Filialen finden, die Struktur dieser Unternehmen läuft insbesondere über das Internet oder über freie Mitarbeiter. Direktbanken bieten häufig, so kann man auf ihren Seiten lesen, schufafreie Kredite an – eben in diesem Markt haben sie sich etabliert. Schufafreier Kredit heißt, dass keine Schufaauskunft über den Kreditnehmer eingeholt wird, wenn er ein Darlehen beantragen möchte. Dieses ist für die Direktbanken auch zu einem Standbein ihres Marketings geworden. Insofern sprechen sie mit einem schufafreien Kredit Verbraucher an, die einen negativen Schufaeintrag vorweisen und bei einer „normalen“ Bank wahrscheinlich gar keinen Kredit bekommen würden.

Höheres Risiko für die Bank beim Kredit ohne Schufa

Holt nun die Direktbank keine Schufaauskunft ein, so geht sie damit natürlich ein größeres Risiko ein, da die Bonitätsprüfung nicht vollständig ist beziehungsweise die Aussagekraft der Bonitätsprüfung nicht dieselbe ist, wie mit Schufaauskunft. Das Tragen dieses höheren Risikos für die Direktbank heißt wiederum, dass sie dieses auf den Zinssatz schlägt – insofern wird man bei einem Kredit ohne Schufa immer höhere Zinsen zahlen müssen. Direktbanken vergeben mit einem Kredit ohne Schufa sozusagen einen ungesicherten Kredit. Eben dieses Risiko muss sie ausgleichen und das geschieht über die hohen Zinsen. Mit dem höheren Zinssatz geht auch einher, dass die Tilgungsraten wesentlich höher sind als beim Kredit mit Schufa. Zwar kommt es bei vielen Verbrauchern, die einen Kredit ohne Schufa aufnehmen ab meist der hälfte der Laufzeit zu einem Kreditausfall – jedoch kann die Direktbank trotz dieses Ausfalls einen Gewinn machen. Da der Verbraucher bis zur hälfte der Laufzeit eine schon wesentlich höhere Summe zurückgezahlt hat, als es beim normalen Kredit wäre, ist der Ausfall des Kredits für die Direktbank keine schwerwiegende Sache.