Finetrading

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist Finetrading?

Finetrading ist eine Finanzierungsart, die der Vorfinanzierung von Waren dient. Hierbei beauftragt ein Unternehmen einen Finetrader einen Wareneinkauf für ihn zu tätigen. Die vom Finetrader gekaufte Ware wird anschließend direkt an das Unternehmen geliefert. Gleichzeit gewährt der Finetrader dem Unternehmen eine längere Zahlungsfrist (i. d. R. 90-120 Tage).

So kann die Firma von dem Einsatz bzw. Verkauf der Ware profitieren, muss aber nicht unmittelbar die Liquidität für die Rechnung aufbringen, sondern hat bis zu 120 Tage Zeit, die Verbindlichkeit zu begleichen.

Es entsteht also ein Finanzgeschäft zwischen drei Parteien. Dieser Vertrag wird selten für eine Lieferungen beschlossen, sondern meistens für einen festgelegten Zeitraum, in dem der Kreditrahmen immer wieder genutzt werden kann. Gewissermaßen ist der Finetrader ein Warenvorfinanzierer.

Für wen ist Finetrading geeignet und wie hoch sind die Kosten?

Früher war meistens ein Mindestvolumen von 100.000 € üblich. Seit ein paar Jahren gibt es auch Anbieter für kleine und mittelständische Unternehmen, die geringe Volumina bereitstellen. Vor allem bei Wachstumsspitzen und saisonbedingten Großbestellungen ist Finetrading eine beliebte Möglichkeit. Denn oft fehlt es in diesen Zeiten an notwendiger Liquidität, um benötigte Waren sofort zu bezahlen. Folglich überrascht es nicht, dass das produzierende Gewerbe sowie der Handel die Branchen sind, in denen Finetrading am häufigsten genutzt wird.

Die Kosten hängen von der Bonität und dem Ausreizen des Zahlungsziels ab. Oft wird auch eine Einrichtungsgebühr verlangt. Die genauen Kosten sind individuell zu verhandeln.

Welche Vorteile und Nachteile hat das Finetrading?

Die Vorteile sind zum einen ein deutlich längeres Zahlungsziel und die Schonung der Kreditlinie, da in Hochzeiten kein Bankkredit aufgenommen werden muss. Gleichzeitig bewahren sich Unternehmen gegenüber Kreditgebern eine gewisse Unabhängigkeit und erzielen einen besseren Einkaufspreis, da sie das angebotene Skonto nutzen können und sich so die Finetradinggebühren reduzieren.

Die Nachteile des Finetradings liegen zum einen in den Gebühren, die erhoben werden, und zum anderen in der Bonitätsprüfung. Eine Finanzierung ist niemals kostenlos, so auch der Einsatz von Finetrading. Daher ist der Gewinn durch die zusätzlichen Aufträge, die ohne die Zwischenfinanzierung nicht realisierbar gewesen wären, dem entgegen zu rechnen. Ebenfalls im Hinterkopf zu behalten ist, dass eine schlechtere Bonität die Kosten ebenfalls erhöht.

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