Forderung / Verbindlichkeit

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was sind Forderungen und Verbindlichkeiten?

Forderungen und Verbindlichkeiten sind Begriffe aus dem Rechnungs- und Finanzwesen. Sie beschreiben zwei Gegensätze.

Bei einer Forderung handelt es sich um einen Anspruch des Gläubigers oder Unternehmens auf eine Gegenleistung, meist Geld oder Sachwerte, auf eine erbrachte Leistung. Wichtig ist, dass im Fall einer Forderung die Rechnungsbegleichung nicht sofort geschieht, sondern ein Zahlungsziel vereinbart wird. In den meisten Fällen sind Forderungen im Umlaufvermögen der Bilanz auszuweisen. Gebucht wird die Forderung, sobald die Lieferung eingegangen ist oder die Dienstleistung erbracht wurde. Erfolgt die Einzahlung, so wird die Forderung wieder ausgebucht.

Eine Verbindlichkeit entsteht, sobald das Unternehmen eine Verpflichtung gegenüber einem anderen Unternehmen oder auch einer Behörde oder einem Kreditgeber hat. Verbindlichkeiten entstehen beispielsweise bei Erhalt von Krediten, die inklusive Zinszahlungen zurückerstattet werden müssen oder auch durch die Zahlungsverpflichtung bei Erhalt von Warenlieferungen. Gleichzeitig sind auch jährliche Steuer- und Sozialabgaben Verbindlichkeiten.

Bei Ausgleich der Verbindlichkeit wird diese ebenfalls ausgebucht.

Welche Arten der Forderungen gibt es?

Die bekannteste Art der Forderung ist die Forderung aus Lieferungen und Leistungen. Damit wird der Anspruch auf eine Zahlung bezeichnet, der sich aus einer vorherigen Warenlieferung ergibt, die der Kunde noch nicht beglichen hat. Grundlegend für eine Forderung ist das Vorhandensein einer Rechnung mit Zahlungsziel.

Im Factoring ist diese Forderung der Verkaufsgegenstand, der an den Factor verkauft wird.

Zum Jahresende müssen alle vorhandenen Forderungen gesetzlich nach dem Bonitätsprinzip in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Einwandfreie Forderung
  • Zweifelhafte Forderung
  • Uneinbringliche Forderung

Welche Arten von Verbindlichkeiten gibt es?

Auch bei den Verbindlichkeiten ist häufig von den „Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung“ die Rede. Diese beziehen sich auf Waren, die Unternehmen eingekauft, aber nicht unmittelbar bezahlt haben. Auch hier ist eine Rechnung mit einem Zahlungsziel das häufigste Merkmal.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ergeben sich beispielsweise aus der Aufnahme eines Kredits. Die einzelnen Raten, die das Unternehmen an die Bank zurückzahlt, vermindern die Verbindlichkeit um die jeweilige Summe abzüglich Zinsen. Ist der Kreditbetrag vollständig beglichen, wird die Verbindlichkeit ausgebucht.

Wie sind Verbindlichkeit und Rückstellung voneinander abzugrenzen?

Oft werden Verbindlichkeiten mit Rückstellungen verwechselt. Es gibt jedoch zwei wichtige Unterschiede. Eine Verbindlichkeit ist eine Verpflichtung, deren Höhe genau festgelegt ist und auch der Zeitpunkt, an dem sie zurückgezahlt werden muss, ist vorher bestimmt worden.

Eine Rückstellung hingegen ist in ihrer Höhe und ihrem Zeitfenster unbestimmt. Dazu gehören beispielsweise Rückstellungen für die Pensionen. Es ist nicht genau festzustellen, wann und in welcher Höhe es zu einer Zahlung kommt. Daher wird es als Rückstellung verbucht und nicht als Verbindlichkeit.