Sale and Rent-Back / Sale and Lease-Back

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist Sale and Rent- bzw. Lease-Back?

Sale and Rent Back, auch bekannt als Sale and Lease-Back ist eine besondere Variante des Leasings. Viele Unternehmen, die kurz- oder mittelfristig Geld brauchen, wählen diese Variante, da es die Kreditlinie nicht beeinflusst und sie ihr gebundenes Anlagevermögen als Liquidität aktivieren können.

Wie funktioniert Sale and Lease-Back?

Das Unternehmen besitze Anlagevermögen (Maschinen, Produktionsanlagen, Fuhrparkt etc.) und braucht Liquidität. Daher verkauft es ein Objekt an den Leasinganbieter, um es direkt im Anschluss von diesem als Leasingnehmer zurückzuleasen. Vorab wurden die Leasingrate und die Laufzeit bereits festgelegt. Durch den Verkauf wird eine große Summe an Geld frei, über die das Unternehmen verfügen kann, da es nicht zweckgebunden ist. Anders als beispielsweise bei einem Bankkredit.

Nach Ende des Leasingvertrags (üblicherweise 48 Monate) wird das Leasingobjekt wieder zurückgekauft. Der Rückkaufpreis richtet sich dabei nach der Abnutzung (meist berechnet durch die Afa-Tabelle), den gezahlten Zinsen sowie Wünschen und Vorstellungen des Unternehmens.

Zahlt die Firma einen höheren Zins pro Monat, so fällt der Rückkaufpreis im Regelfall niedriger aus, als wenn es eine niedrigere Leasingrate vereinbart hat. Gleichzeitig ist der Preis abhängig vom Gegenstand, der geleast wird, da unterschiedliche Objekte eine unterschiedliche Nutzungsdauer haben und einen variierenden Werteverlust. Eine Immobilie verliert zum Beispiel weniger an Wert als ein Auto.

Manche Unternehmen vereinbaren aufgrund von Liquiditätsplanungen oder der Bilanz eine höhere oder niedrigere monatliche Rate und dementsprechend einen hohen oder niedrigen Rückkaufpreis. Auch darauf gehen Leasinggesellschaften in den meisten Fällen ein.

Welche Vorteile bietet Sale and Rent-Back?

Um als Unternehmen Sale und Rent Back mit einem Leasinganbieter zu vereinbaren, benötigt es wenige Sicherheiten. Auch wenn mit schlechter Bonität meist die monatlichen Gebühren höher ausfallen, können selbst Unternehmen nahe der Insolvenz diese Finanzierungsmöglichkeit nutzen, da das Leasingobjekt die geforderte Sicherheit bereits darstellt.

Durch den Verkauf des Leasingobjekts kommt es zu einer schnellen Erhöhung der Liquidität, die unmittelbar genutzt werden kann.

Dadurch dass kein Kredit in Anspruch genommen wird, sinkt die Abhängigkeit zur Hausbank und das Unternehmen ist freier in seinen Entscheidungen.

Welche Nachteile bietet Sale and Rent-Back?

Es werden langfristige Leasingverträge geschlossen, die festgelegt sind und innerhalb der Frist nicht geändert werden können. Daher sollten Raten und Gebühren genau kalkuliert und abgewogen werden, bevor es zu einem Vertragsabschluss kommt.

Ein Zahlungsverzug kann bei Sale and Lease-Back existenzbedrohend sein, da der Leasinganbieter bei nicht gezahlten Raten das Recht hat, das Objekt zu verkaufen, um Verluste auszugleichen. Das würde je nach Leasinggegenstand zu Produktionsausfällen oder ähnlichen Problemen führen.

Aufgrund der Höhe an zusätzlichen Gebühren, ist ein Sale and Rent-Back erst ab größeren Summen im sechsstelligen Bereich wirklich sinnvoll, da hier der Liquiditätsgewinn größer ausfällt. Grundsätzlich sind auch kleinere Beträge möglich. Diese sollten aber genau geprüft und kalkuliert werden.