Sale and Lease Back Bilanzierung: Ein Leitfaden für Unternehmen

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Sale and Lease Back Bilanzierung nach HGB und IFRS 16

Die korrekte Bilanzierung von Sale-and-Lease-Back-Transaktionen ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da sie direkte Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat. Dieses komplexe Verfahren erfordert eine genaue Analyse nach den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsstandards, primär dem Handelsgesetzbuch (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS 16). Anders verhält es sich für die Sale and Lease Back steuerliche Behandlung, die oft deutlich abweicht und eine separate Prüfung notwendig macht. Ein fundiertes Verständnis der bilanztechnischen Implikationen ist unerlässlich, um Compliance zu gewährleisten und die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Unternehmens transparent abzubilden.

Sale & Lease Back für Unternehmen

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Joachim Haedke
Joachim Haedke
Geschäftsführender Gesellschafter


Sale and Lease Back Bilanzierung nach HGB: Fokus auf wirtschaftliches Eigentum

Das HGB legt den Schwerpunkt bei der Bilanzierung Sale and Lease Back auf das Konzept des wirtschaftlichen Eigentums. Dies ist der zentrale Prüfpunkt bei einem Sale-and-Lease-Back-Geschäft. Grundsätzlich geht es darum zu beurteilen, ob die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Leasinggegenstand verbunden sind, beim Verkäufer (nun Leasingnehmer) verbleiben oder auf den Käufer (nun Leasinggeber) übergehen. Die Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums entscheidet maßgeblich über die Sale and Lease Back Bilanzierung beim Leasingnehmer. Die Bilanzierung Sale and Lease Back HGB kennt zwei Anwendungsfälle.

Sale and Lease Back Bilanzierung - Fall (a): Wirtschaftliches Eigentum verbleibt beim Verkäufer/Leasingnehmer (Unechter Verkauf oder Finanzierungsleasing)

In diesem Szenario führt die Sale-and-Lease-Back-Transaktion nicht zu einer tatsächlichen Entkonsolidierung des veräußerten Wirtschaftsguts aus der Bilanz des Verkäufers. Das bedeutet, das veräußerte Objekt wird weiterhin als Anlagevermögen beim ursprünglichen Eigentümer ausgewiesen. Die durch den Verkauf erhaltenen Erlöse sind nicht als Umsatz, sondern als eine Finanzierungsverbindlichkeit zu verbuchen. Dies ist der Fall, wenn der Leasingnehmer nach wie vor die wesentlichen Chancen und Risiken des Leasinggegenstands trägt. Die regelmäßig zu leistenden Leasingraten sind in bei dieser Form Sale and Lease Back Bilanzierung nicht als Mietaufwand zu behandeln, sondern als Tilgung der Verbindlichkeit zuzüglich Zinsanteil. Dadurch hat dieser Anwendungsfall der Sale and Lease Back Bilanzierung eine geringere Auswirkung auf die Gewinn- und Verlustrechnung im Vergleich zur vollständigen Entkonsolidierung.

Joachim Haedke, CEO der Finanzierung.com, nennt ein Beispiel aus seiner Beratungstätigkeit: „Ein Unternehmer verkaufte mit unserer Beratung eine Maschine mit einem Buchwert von 80.000 € für 100.000 € an eine Leasinggesellschaft, die wir ihm vermittelten. Dabei wurden eine lange Grundmietzeit und eine Kaufoption zu einem günstigen Preis vereinbart. Die Leasingraten deckten beinahe den gesamt Wert ab. Die Maschine blieb mit 80.000 € in der Bilanz und es fand keine Gewinnrealisierung statt. Der Verkaufserlös wurde als Verbindlichkeit passiviert und die Leasingraten wurden in einen Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. Das Geschäft galt als Finanzierung. Dies ein klassischer Fall in der Sale and Lease Back Bilanzierung HGB.“

 

Sale and Lease Back Bilanzierung - Fall (b): Wirtschaftliches Eigentum geht auf den Käufer/Leasinggeber über (Echter Verkauf oder operating lease)

Der in der Praxis weitaus häufigere Fall bei der Sale and Lease Back Bilanzierung ist, dass die wesentlichen Chancen und Risiken des Leasinggegenstands tatsächlich auf den Käufer (nun Leasinggeber) übergehen. In diesem Fall ist das Wirtschaftsgut aus der Bilanz des Verkäufers (nun Leasingnehmer) auszubuchen. Die Leasingzahlungen sind nunmehr als reiner Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Für den Käufer stellt die Anschaffung des Objekts eine Investition dar, die aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben wird.

Hier erzählt Haedke ebenfalls aus seiner Praxis: „Man hätte die Maschine auch anders bilanzieren können. Bei identischem Buchwert und Verkaufspreis wird dann eine kurze Leasinglaufzeit, kein Andienungsrecht und keine Kaufoption vereinbart. Die Maschine wird mit 80.000 € ausgebucht. Dabei entsteht aus dem Anlagenabgang ein Ertrag von 20.000 €. Die Leasingraten werden als Aufwand gebucht und der Verkauf wird erfolgswirksam realisiert. Auch dies ist ein typisches Sale and Lease Back Bilanzierung Beispiel für einen echten Verkauf nach HGB.

Positive Kennzahleneffekte der Sale and Leaseback Bilanzierung

Eine echte Sale and Leaseback Bilanzierung bringt unmittelbar mehrere Vorteile für die Unternehmenskennzahlen. Wer sich in diesem Zusammenhang fragt, was ist Sale and Lease Back sollte wissen, dass es sich um eine Finanzierungslösung handelt, bei der Vermögenswerte verkauft und anschließend zurückgemietet werden, um Kapital freizusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Erstens verbessert sich durch Sale and Lease Back die Eigenkapitalquote, da der Verkaufserlös häufig über dem Buchwert liegt und somit ein Gewinn entsteht, der das Eigenkapital stärkt. Außerdem sinkt durch die Ausbuchung des Anlagevermögens die Bilanzsumme. Ein doppelter positiver Effekt für das Rating stellt sich ein.

Zweitens führt die Transaktion zu einer deutlichen Bilanzentlastung: Das veräußerte Objekt verschwindet vollständig aus der Aktivseite, während keine neuen Verbindlichkeiten passiviert werden. Dadurch präsentiert sich das Unternehmen bilanziell schlanker und stabiler. So verbessert sich Ihre Ausgangslage und Verhandlungssituation stark, wenn noch Investoren oder Käufer an Bord zu holen sind.

Drittens sinkt der Verschuldungsgrad, weil Leasingverhältnisse nach HGB nicht als Finanzverbindlichkeiten bilanziert werden. Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital verbessert sich spürbar, was die Kreditwürdigkeit und Finanzierungsspielräume des Unternehmens erhöht. Bei Verhandlungen mit Banken bezüglich etwaiger Kredite kann sich dies positiv auswirken.

Sale and Lease Back Bilanzierung nach IFRS 16: Die Logik der Transaktion

Die Bilanzierung von Sale-and-Lease-Back-Transaktionen nach IFRS 16, dem Standard für Leasingverhältnisse, folgt einer spezifischen Logik und Schrittfolge, die sich von den HGB-Vorschriften unterscheidet und primär auf der Beurteilung eines "Verkaufs" basiert.

Schrittfolge der IFRS 16-Beurteilung

  1. Prüfung, ob der Verkauf als "Veräußerung" nach IFRS 15 qualifiziert: Zunächst muss beurteilt werden, ob die Sale-and-Lease-Back-Transaktion als ein Verkauf des Vermögenswerts im Sinne von IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) anzusehen ist. Dies ist der Fall, wenn der Käufer die Kontrolle über den Vermögenswert erlangt.

  2. Wenn der Verkauf als Veräußerung qualifiziert:

    • Der Verkäufer (Leasingnehmer) bucht den ursprünglichen Vermögenswert vollständig aus seiner Bilanz aus.

    • Außerdem wird ein "Right-of-Use" (RoU), also ein Nutzungsrecht, in Höhe des vom Leasingnehmer weiterhin genutzten Anteils des Vermögenswerts bilanziert.

    • Parallel dazu wird eine Leasingverbindlichkeit für die künftigen Leasingzahlungen erfasst.

  3. Wenn der Verkauf NICHT als Veräußerung qualifiziert: In diesem Fall wird die Transaktion als reine Finanzierungstransaktion behandelt.

    • Der Vermögenswert verbleibt in der Bilanz des Verkäufers (Leasingnehmers).

    • Die erhaltenen Erlöse aus dem "Verkauf" werden als Finanzierungsverbindlichkeit erfasst.

    • Die Zahlungen aus dem Leasingvertrag werden dann als Tilgung der Verbindlichkeit zuzüglich Zinsanteil behandelt, ähnlich dem Fall (a) nach HGB.

Wichtiger Hinweis und Ihr Partner für alternative Finanzierungslösungen

Bitte beachten Sie, dass die hier dargestellten Informationen der Bilanzierung von Sale-and-Lease-Back-Transaktionen eine allgemeine Erklärung darstellen und keine Steuer- oder Rechtsberatung ersetzen können. Für spezifische Fragen zu den Auswirkungen auf Ihre Ergebnisse (z. B. Gewinnanteile, Abschreibungen) verweisen wir auf unseren speziellen Bereich zum Steuerrecht. Informationen zur Liquidität und den Nutzungsmöglichkeiten finden Sie auf unseren Seiten zu den Vorteilen von Sale-and-Lease-Back. Die Sale and Lease Back Bilanzierung ist kein Hexenwerk. Unsere Berater beherrschen auch diese Techniken und Vorgehensweisen durch ihre fundierte Ausbildung und langjährige Erfahrung. Also keine Angst vor der Sale and Lease Back Bilanzierung. Sie lässt sich so integrieren, dass Ihre Interessen gewahrt bleiben. Gern erläutern wir Ihnen ein Sale and Lease Back Bilanzierung Beispiel, die deutlich machen, welche Chancen Ihnen offen stehen.

Für eine fundierte Analyse Ihrer individuellen Situation und die Entwicklung maßgeschneiderter alternativer Finanzierungslösungen in München ist Finanzierung.com Ihr kompetenter Ansprechpartner. Wir unterstützen Sie dabei, die komplexen Anforderungen der Sale-and-Lease-Back Bilanzierung zu navigieren und die für Sie optimale Strategie zu entwickeln. Sprechen Sie uns gern an!

20+ Jahre Erfahrung

Seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Sale and Lease Back Immobilien erfolgreich tätig. Wir verstehen die Bedürfnisse von Unternehmen und Selbstständigen in allen Finanzierungsfragen.

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Bei uns sprechen Sie nicht mit einem Callcenter. Ihr persönlicher Ansprechpartner begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess des Sale and Lease Back Immobilien.

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Durch enge Beziehungen zu Finanzierern und unser hohes Finanzierungsvolumen sichern wir Ihnen die besten Konditionen – auch bei komplexen Fällen von Immobilien Rückleasing Deutschland.

Weitere Informationen zu Sale and Lease Back

Als einer der führenden Experten für Sale and Lease Back Immobilien in Deutschland beraten wir Sie persönlich oder online – kompetent, neutral und zielorientiert.

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