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Auswirkungen der chinesischen Wirtschaftslage auf deutsche Exporte

Während jüngste Konjunkturdaten Chinas zu Investitionen und Industrieproduktion schwächer ausfielen als zunächst erwartet, rechnen Ökonomen mit zusätzlichen Schritten der Regierung. Die Anzeichen, dass sich die Wirtschaftslage im Fernen Osten nach dem Börsencrash weiter verschlechtert, sind real und werden auch von Anlegern wahrgenommen. So belastet Pessimismus und Unsicherheit die Aktienmärkte Asiens, wie das Handelsblatt berichtet. Auch die Spekulationen über die kommende US-Zinsentscheidung nähren den fortschreitenden Pessimismus und die Zurückhaltung von Investoren.

Die deutsche Automobilbranche bleibt von den Auswirkungen der Krise in China nicht unberührt

Von der Abwertung des Yuan in Folge der Börsenturbulenzen profitieren allerdings chinesische Fahrzeughersteller. Diese konnten ihren Marktanteil um zehn Prozentpunkte deutlich vergrößern. Zugleich ging der Absatz deutscher Autobauer im zweiten Quartal um sechs Prozent zurück, wie das ARD berichtet. „Mit Blick auf China werden die Gewinne gerade im deutschen Maschinenbau und in der deutschen Automobilindustrie auch weiterhin gedrückt. Während man in den letzten Jahren von der wirtschaftlichen Dynamik Chinas profitieren konnte, leiden die deutschen Exporte durch die aktuelle Wirtschaftslage dort“, erklärt Dipl.-Kfm. Joachim Haedke, Gründer der Finanzierung.com GmbH.

Zusatzbelastung: Zahlungsmoral

Nach einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Euler-Hermes, ist die Zahlungsmoral Chinas in der Automobilbranche besonders schlecht. So verstreichen durchschnittlich 106 Tage ab Rechnungslegung bei börsennotierten Unternehmen dieser Branche bis die Forderung beglichen ist. Das sind 48 Tage über dem weltweiten Durchschnitt. Die Zahl der Zahlungsausfälle habe sich 2014 außerdem verdoppelt. In 2015 wird demnach auch ein deutlicher Anstieg an Insolvenzen in China erwartet.