Robert Baumann Keine Kommentare
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An revolutionären Ideen mangelt es eigentlich nie. Ob eine Idee auch ihre Daseinsberechtigung hat, wird meistens an einem entsprechenden Kosten/Nutzen-Faktor gemessen. Die Etablierung der neuesten Entwicklung im Bereich der kurzfristigen Finanzierung von Wareneinkäufen wird zwar sicher nicht die Welt in ihren Grundfesten erschüttern, für das moderne Unternehmertum könnte sie jedoch weitaus mehr sein als nur ein weiteres, nettes Hilfsmittel. Lassen sie uns deshalb das Phänomen digitale Einkaufsfinanzierung – kurz Finetrading 2.0 – etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Kooperation der Berliner Volksbank mit dem FinTech Vai: Zukunftsweisende Entwicklung in der Mittelstandfinanzierung?

Das Start-up Unternehmen Vai, das nun mit der Berliner Volksbank und dem Company-Builder Bridgemaker einen Online-Service zur kurzfristigen Einkaufsfinanzierung gestartet hat, möchte insbesondere kleinen und mittelgroßen Firmen eine neue Finanzierungsmöglichkeit bieten, die schnell und unkompliziert Entscheidungen liefert. (wiwo.de) Die positiven Auswirkungen auf das Alltagsgeschäft sind vielfältig.

Darüber hinaus sind die Kosten für diese Wareneinkaufsfinanzierung gegenüber vergleichbaren Betriebsmittelkrediten äußerst konkurrenzfähig. Erst nach 30 Tagen fallen Kosten an, davor begnügt sich Vai mit einem Skontoeinbehalt in Höhe von 2 Prozent des vorfinanzierten Betrages. (auxmoney.com)

Einkaufsfinanzierung online: wenig Aufwand – schnelle Entscheidung

Eines ist klar: die schiere Möglichkeit ausschließlich online, ohne zähe Verhandlungen, binnen kürzester Zeit eine Finanzierungsentscheidung herbeiführen zu können, kann dem Trägheitsmoment in solchen Angelegenheiten, die eigentlich immer einen langen Atem erfordern, entschieden entgegenwirken.

Oder einfacher ausgedrückt: Das nötige Maß an Überwindung, den Finanzierungsprozess anzustoßen, wird durch den ressourcenarmen Entscheidungsweg einfach stark gedrückt. Diese Technologie senkt den erforderlichen Arbeitsaufwand und baut somit das bestehende Zeitverlustrisiko massiv ab – ein Segen für vielbeschäftige Unternehmer.

Doch vielmehr erlaubt die digitalisierte Einkaufsfinanzierung eine Warenfinanzierung direkt beim Lieferanten vor Ort. So können Fakten geschaffen werden, ohne tage- oder wochenlange Rücksprachen abhalten zu müssen –  für beide Seiten eine Erleichterung, die der Geschäftsbeziehung sicherlich keinen Abbruch tun dürfte.

Denn mit der schnellen Finanzierungsentscheidung in der Tasche können Unternehmer dem Lieferanten garantieren, dass er die Rechnung sofort beglichen bekommt. So erhält das Unternehmen die Ware schneller und der Lieferant sofort sein Geld. Binnen der für Finetrading üblichen 180 Tage muss dann die Verbindlichkeit vollständig bedient werden. Doch innerhalb dieses Zahlungsziels kann der Finetrading-Kunde frei entscheiden wann er den offenen Betrag begleichen möchte.

Die Vorteile sind klar – doch wie funktioniert die digitale Einkaufsfinanzierung?

Durch größtmögliche Automatisierung von Überprüfungsprozessen – dem Digitalzeitalter sei Dank. Genauer erlauben digitalisierte Finanzierungsinstrumente, durch automatisierte Prüfroutinen unter Verwendung von Scoring-Mechanismen zur Unternehmensbewertung, Kreditentscheidungen binnen Sekunden. (auxmoney.com)

Nahezu die komplette Finanzierungsanfrage wird über abrufbare, unternehmensspezifische Daten abgearbeitet. Anhand von branchen-, unternehmens- und zeitspezifischen Vergleichsfaktoren wird letztendlich ein Angebot erstellt, oder eben die Ablehnung erteilt – online versteht sich natürlich.

Ein letzter kritischer Blick: Finetrading online bietet viele Vorteile, aber…

Nur weil die Entscheidung ungewohnt schnell herbeigeführt wird, bedeutet das natürlich noch lange nicht, dass hier nahezu jeder Einkauf vorfinanziert wird. Dennoch vereinfacht und beschleunigt es den Finanzierungsprozess.

Zwei Ausschlussmerkmale bestehen jedoch weiterhin: Die Ware muss physischer Natur und nicht verderblich sein, da sonst das Weiterveräußerungsrisiko zu groß ist. Klar, wer möchte schon, ein 180 Tage altes Stück Fleisch anbieten, geschweige denn erwerben?

Generell ist diese praktische Erweiterung des Finetradings um eine stets verfügbare, intelligente Entscheidungen treffende Online-Plattform, nicht nur für den Kunden des Finanzdienstleisters ein wahrer Segen, nein, auch die Anbieter erhoffen sich hiervon einen regen Kundenzustrom aus der mittelständischen Wirtschaft.

Nützlicher Service, aber nicht unbedingt das Beste aller Angebote.

Dennoch: So schön und verlockend dieses Angebot auch klingt –  nicht in jedem Fall wird die Software auch die optimale & kostengünstigste Lösung ausspucken, sondern natürlich auch den unternehmensindividuellen Renditeansprüchen gehorchen.

Das bedeutet unterm Strich, dass die Alternative Online-Finetrading zwar eine praktische Erweiterung des Finetrading-Angebots ist, aber auch, dass hier nicht das für das Unternehmen an sich beste Angebot aus allen theoretisch verfügbaren Angeboten ausgewählt wird. Dafür ist gesamte Angebotsmenge einfach zu groß, die entscheidenden Faktoren sind zu zahlreich.

Und so zahlt sich gerade bei langfristigem saisonal, revolvierenden Liquiditätsbedarf ein unabhängiger Anbietervergleich stets aus. Deshalb bieten wir Unternehmen aller Art einen unverbindlichen und individuellen Angebotsvergleich. So erhalten Unternehmen das perfekt auf ihr Unternehmen zugeschnittene Finanzierungsangebot, die besten Finanzierungskonditionen und einen aufs Unternehmensprofil passenden Finanzierungspartner. Der Vergleich lohnt sich, denn auf lange Sicht besitzt nur das ideale Finanzierungspaket auch das größte Einsparpotenzial.

Der Branchenwandel läuft bereits: Branchenprimus WCF-Finetrading stellte das Aktivgeschäft ein.

Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Einkaufsfinanzierung haben also durchaus einiges für den Betrieb zu bieten. Ob das klassische Finetrading einen fundamentalen Umbruch erleben wird ist jedoch noch offen. Doch ein wenig frischen Wind sollte die Branche verkraften können. Vielleicht ist dieser sogar dringend nötig. Schließlich musste erst im Juni 2017 der einstige Pionier des deutschen Finetradings und bislang größter Finetrader Deutschlands WCF-Finetrading das Aktivgeschäft einstellen. (mastertrading.one) Allgemeine Rückschlüsse über den Zustand der Branche wären jedoch voreilig, denn während WCF-Finetrading die Aktivitäten einstellte, planen andere Finetrading-Anbieter bereits eine Ausweitung der Geschäfte.

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