Robert Baumann Keine Kommentare
Bewertung: 5.00. Aus 1 Bewertung.
Ihre Bewertung wird gespeichert...

Digitalwährungen: Wertstabilität fraglich – technologisch top

Eines ist sicher: Kaum eine Geldanlage ist so unsicher wie das Investment in digitale Währungen. Die enorme Schwankungsbreite von Währungen wie Bitcoin zeigt: Wertstabilität sieht anders aus! Während Einige mit dem digital-cash-investment eine unglaubliche Rendite erzielten (natürlich mit dem richtigen Einstiegspreis), produzierte die noch junge Geschichte auch viele Verlierer, deren Anlage sich oft binnen Minuten, oder über Nacht, nicht einmal mehr in Luft auflöste. So umstritten diese Anlagealternative auch ist, bei einem sind sich die meisten Fachleute einig – das von Bitcoin, Ethereum und anderen Digitalwährungen genutzte Verschlüsselungssystem, die sogenannte Blockchain, ist eine für die Etablierung einer unabhängigen und sicheren digitalen Währung, zukunftsweisende Technologie.

Die, auf einen bislang unbekannten und doch bereits von Mythen umrankten Erschaffer, der sich selbst Satoshi Nakamoto nannte, zurückgehende Blockchain-Technologie, ermöglicht eine ziemlich manipulationssichere und gleichzeitig anonymisierte Übertragung von virtuellem Geld.

Verwendung, Wert und Nebeneffekte

Ob sich digitale Währungen in Zukunft durchsetzen können, wird sich auch daran entscheiden, ob sie als offizielles Zahlungsmittel von wichtigen Händlern anerkannt werden. Doch selbst das wäre noch kein Erfolgsgarant. Denn so innovativ die Blockchain auch ist, das Generieren neuer Bitcoins ist extrem rechenaufwendig und auch der Transaktionsprozess ist, verglichen mit gängigen Zahlungssystemen, extrem langsam. Nur 7 Transaktionen pro Sekunde schafft Bitcoin, Visa hingegen verarbeitet bis zu 25.000 im gleichen Zeitraum – und der beanspruchte Aufwand steigt bei Bitcoin mit zunehmender Anzahl an Transaktionen stets an.

Bedenkt man die riesigen, jährlich zunehmenden, weltweiten Handelsvolumina und die gigantische Anzahl an Transaktionen die bei Großhändlern wie Amazon, täglich anfällt, scheint Bitcoin als Standardwährung doch recht fantastisch. Eine Chance hat die noch junge Kryptowährung dennoch verdient.

Interesse, Kritik & Verruf

Überraschend war das Statement von Goldman Sachs dann doch – gerade nach den kürzlich von mehreren hochrangigen Bank- und Notenbankpersonalien und Weiteren veröffentlichten Misstrauensbekundungen bis hin zu Anschuldigungen gegenüber Bitcoin und generell Digitalwährungen.

So äußerte sich kürzlich Jamie Dimon, Vorstand der weltweit größten Bank JP Morgan, geradezu aufrührerisch, Bitcoin sei Betrug! (faz.net) Diese klare Anschuldigung voran, geht er mit Bitcoin ziemlich hart ins Gericht.

Etwas sachlicher zum Diskussionsobjekt, äußerte sich EZB-Vizepräsident Vitor Constancio. Er erklärte, dass Digitalwährungen derzeit keine Alternative zu „echtem Geld“ seien. (spiegel.de) Vielmehr handelt es sich momentan um ein reines Spekulationsobjekt, das enorme Risiken berge. Die dramatischen Kurseinbrüche und die hochvolatile Wertentwicklung des Bitcoin belegen und illustrieren diese Aussage nur zu gut. Weiterhin verglich er den Bitcoin mit der niederländischen Tulpenblase. Damit zieht er eine ähnliche Analogie zu Bitcoin wie Jamie Dimon.

Explizit ablehnender, aber deshalb nicht uninteressiert, zeigte sich der ehemalige „Wolf of Wallstreet“, Jordan Belfort. Er sehe in der Blockchain eine zukunftsträchtige Technologie, doch ohne Regulierung werden Kryptowährungen keine sichere Zukunft haben. Speziell auf Bitcoin bezogen reiht er sich ganz klar unter den Bitcoin-Gegnern ein. Jordan Belfort, der selbst wegen Betrugs eine mehrjährige Haftstrafe verbüßte, teilt Dimons Ansicht, dass Bitcoin nichts als Betrug sei. Er ziehe ein Investment in Werte, die nicht einfach über Nacht verschwunden sein können, vor.

Die Regulierung der Digitalwährungen ist ein besonders wichtiges und sensibles Thema, schließlich sollte mit Bitcoin ein von staatlicher Regulierung unabhängiges, digitales Zahlungsmittel geschaffen werden. Doch schließt das eine wirklich das andere aus?

Russland und die staatseigene Kryptowährung

Ausgerechnet aus Russland, einem der Länder, die zuerst den Handel mit digitalen Währungen untersagten, kam nun die Nachricht, dass der Staat die Einführung eines digitalen Rubel plane.(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Diese Meldung kam ebenso unerwartet, wie die Interessebekundung von Goldmann Sachs an Bitcoin, befindet sich gefühlt aber noch am ehesten am Zahn der Zeit. Es scheint sich nämlich mehr und mehr die Notwendigkeit der Regulierung als common sense in der konservativen Finanzwelt herauszukristallisieren.

Schließlich muss ein Mittelweg, zwischen praktischem Nutzen der Technologie und der zentralen Regulierung durch einen starken Garanten, wie eben den Staat, eingeschlagen werden, will man die Probleme mit der Wertstabilität eindämmen. Die Koppelung einer digitalen Währung an ein reales Pendant, sollte die Wertschwankungen weitgehend eingrenzen – zumindest dort, wo die hinsichtlich der zukünftigen Wertentwicklung, bestehende Unsicherheit immer wieder zu wilder Spekulation führt.

Ausblick: Regulierungsbedarf und technologische Grenzen

Sollten Bitcoin und Co. also tatsächlich die Währung der Zukunft sein, wird sich noch einiges tun müssen, vor allem in den Bereichen Transaktionsgeschwindigkeit und Regulierung. Ohne klare Abgrenzungen wird es sonst unter wichtigen Händlern schwierig die notwendige Akzeptanz zu erreichen. Schließlich möchte kein Händler, den ungeheuren Risiken der Wertschwankungen ausgesetzt sein. Und selbst die europäische Zentralbank forderte die EU jüngst zu mehr Initiative bei der Regulierung von Cyberwährungen auf.(handelsblatt.de)

Auch die Probleme mit der stets zunehmenden Komplexität bei der Ausführung von Transaktionen stellen Kryptowährungen bislang vor große Probleme. Doch mit der Spaltung des ursprünglichen Bitcoins, in Bitcoin und die Schwesterwährung Bitcoin Cash, gelang dieses Jahr bereits ein Schritt in die richtige Richtung. An der Weiterentwicklung von Blockchain-basierten Digitalwährungen bestehen auch kaum Zweifel. Ethereum beispielsweise, eine andere äußerst gefragte virtuelle Währung, bietet neben der klassischen anonymisierten Transaktionshistorie, die Möglichkeit die getätigten Transaktionen mit einem Vertrag – sogenannten „smart contracts“ – zu versehen.

Die Blockchain wird ja immer wieder als Sicherheitsgarant gehandelt. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Die Vergangenheit zeigt nämlich, dass erfolgreiche „Online-Raubzüge“ keineswegs unmöglich sind. Und hier schließt sich der Kreis wieder bei Jordan Belforts Bedenken am digital-cash-investment: Ist das virtuelle Geld eine echte Anlage, ein echtes Zahlungsmittel oder doch nur die nächste große Blase? Der Anstieg auf inzwischen über 6.000 € macht die Spekulation jedenfalls nicht weniger interessant.

Bewertung: 5.00. Aus 1 Bewertung.
Ihre Bewertung wird gespeichert...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.