Bonitätsprüfung

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist eine Bonitätsprüfung?

Eine Bonitätsprüfung gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, einer Bank, eines Lieferanten oder auch eines Kunden. Es wird geprüft, ob das Unternehmen zahlungsfähig ist und auch gewillt ist Zahlungen zu leisten. Ratingagenturen bzw. Firmen, wie die Schufa, sammeln solche Informationen und bieten so die Möglichkeit, die Bonität eines neuen Geschäftspartners zu prüfen.

Warum ist eine Bonitätsprüfung relevant?

Als Unternehmen sind die Beziehungen zu Lieferanten, Kunden und Investoren wichtig. Deswegen sollte sowohl auf die eigene Bonität geachtet werden als auch auf die der Kunden und Lieferanten.

Neue Kunden bedeuten höherer Umsatz und Wachstum, doch nur wenn diese Ihre Rechnungen bezahlen und das rechtzeitig. Je nach Liquidität kann bereits der Forderungsausfall eines großen Unternehmens Liquiditätsengpässe verursachen, da laufende Kosten gedeckt und neue Aufträge vorfinanziert werden müssen. Daher sollte die Bonität jedes Kunden vorab geprüft werden.

Auch neue Lieferanten sollten zuvor einer Bonitätsprüfung unterzogen werden, denn häufig hängen vereinbarte Liefertermine mit Kunden von der fristgerechten Warenzustellung der Lieferanten ab. Wenn diese ihrerseits jedoch Rechnungen bei ihren Zulieferern nicht zahlen können, kann das zu Problemen in der Produktion und Verzögerungen beim Kunden führen. Aufgrund dieser Unzufriedenheit besteht die Gefahr, diese Kundenbeziehung zu verlieren.

Auch die eigene Bonität ist für Unternehmen wichtig, da beispielweise vor einer Kreditvergabe durch die Bank eine Bonitätsprüfung durchgeführt wird. Um ein Darlehen zu erhalten, muss die Bank überzeugt sein, dass der Kredit und die Zinsen fristgerecht zurückgezahlt werden können. Gab es in der Vergangenheit häufiger Schwierigkeiten bei der Zahlung von Rechnungen, kann das dazu führen, dass die Bank die Kreditanfrage aufgrund eines zu hohen Risikos ablehnt.

Wie kann die Bonität beeinflusst werden?

  1. Jedes Unternehmen sollte in regelmäßigen Abständen seine Eintragungen bei den Ratingagenturen überprüfen. Fehler sind nicht selten und nur so kann sichergestellt sein, dass die richtigen Daten hinterlegt sind und sich Geschäftspartner und Banken ein reales Bild machen können.
  2. Eine hohe Eigenkapitalquote verbessert ebenfalls die Bonität. Je mehr Fremdkapital aufgenommen wurde, desto höhere sind die monatlichen Raten, die das Unternehmen tilgen muss. Das steigert das Risiko für Ausfälle. Da dieses Risiko mit jedem neuen Bankkredit steigt, legen Geldgeber und Geschäftspartner vor allem einen Fokus auf die Eigenkapitalquote.
  3. Ein weiteres Kriterium ist die Zuverlässigkeit von Unternehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Konditionen von Rechnungen, Kreditraten etc. zu kennen und einzuhalten. Aus Nachlässigkeit sollte keine Eintragung riskiert werden, da es lange dauern kann, bevor Einträge bei den Agenturen wieder gelöscht werden.
  4. Eine offene Kommunikation kann einer Eintragung entgegenwirken. Bevor ein Zahlungsziel nicht eingehalten werden kann, weil man selbst auf die Zahlung einer Rechnung warten, sollte man das Gespräch mit dem Gläubiger oder Lieferanten suchen. So können Mahnverfahren und negative Bewertungen vermieden werden.
  5. Alte Kredite mit schlechten Konditionen sollten Unternehmen umschulden. Oft lassen sich so teure Zinszahlungen minimieren. Das hilft, die Liquidität zu steigern und das Risiko von Zahlungsausfällen bzw. -verzögerungen zu minimieren.

 

blank
Scroll to Top