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Handelskredit / Lieferantenkredit: So finanzieren viele Unternehmen

Fremdkapital ist bei vielen Unternehmen nicht mehr nötig beim Kauf von Waren: Oft finanzieren sie sich über einen Handelskredit.

Unternehmer können leicht in die Situation geraten, dass sie keine ausreichende Liquidität generieren können um beispielsweise neue Anschaffungen für ihr Geschäft zu tätigen oder Ware für die Produktion einzukaufen. Insofern ist für Unternehmer eine Fremdfinanzierung sehr wichtig. Bei einer Fremdfinanzierung denkt man wahrscheinlich automatisch an einen Kredit, der von einer Bank dem Unternehmen geliehen wird. Doch es muss nicht immer Geld sein, das fließt – ebenso gibt es eine Alternative. Eine Alternative, die nicht von einer Bank kommt und bei der auch kein Kapital im Spiel ist: der Handelskredit.

Die Alternative zu einer Bank

Für Unternehmen, Selbstständige und Gewerbeinhaber haben Banken heute eine breite Palette von Finanzierungsformen im Angebot. Diese Finanzierungsformen sind ausschließlich mit Kapital verbunden, also Kredite, die die Banken an die Unternehmen vergeben. Das scheint der normale Weg bei einer Fremdfinanzierung zu sein und dass Unternehmen liquide werden, um neue Finanzierungen in ihr Unternehmen zu investieren. Der Handelskredit bietet allerdings für bereits viele Geschäftsleute eine Möglichkeit zur Fremdfinanzierung. Oft versteht man unter dem Handelskredit auch den Lieferantenkredit.

Handelskredit: Weder Bank noch Kapital im Spiel!

Beim Handels- oder Lieferantenkredit ist weder eine Bank im Spiel, noch macht Kapital diese Finanzierung aus. Lediglich der Käufer und der Verkäufer sind diejenigen, die bei einem Handelskredit die nötigen Fäden in der Hand halten. Um den Handelskredit korrekt zu benennen, ist dieser eine Art Zahlungsaufschub. Dies meint, dass die Parteien Käufer und Verkäufer eine spätere Zahlungsfrist für die Waren, die der Verkäufer bringt, aushandeln. In der Regel beläuft sich dieser Zeitraum bis zu sechs Monaten nach der Warenlieferung. Im Klartext heißt das also, dass der Verkäufer, der die Waren dem Käufer liefert, eben diesem einen Zahlungsaufschub gewährt. Die Warenlieferung wird also erst zu einem späteren Zeitpunkt bezahlt.

Vorteile für den Käufer

Dies bringt für den Käufer natürlich einen immensen Vorteil mit sich: Er muss nicht zu einer Bank gehen und nach einer Fremdfinanzierung fragen, sondern kann mit seinem Verkäufer einen kurzfristigen Engpass in der Liquidität überbrücken. Insofern fallen auch keine Kosten für die Aufnahme einer Finanzierung bei einer Bank an und die Kreditlinie wird auch nicht in Anspruch genommen, um Waren finanzieren zu können.

Der Handelskredit macht dem Käufer keine Kosten. Auch ist es oftmals der Fall, dass Lieferanten den Käufern auch Skonto geben, wenn sie den Zahlungsaufschub nicht in Anspruch nehmen und die gelieferten Waren sofort bezahlen. Bei vielen Unternehmen ist dies jedoch nicht möglich, da sie erst durch die Produktion mit den vom Verkäufer gelieferten Waren, Produkte erzeugen, die sie verkaufen und somit Liquidität erzeugen.