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Neue Maschinen: Leasing statt Kauf

Neue Maschine: Leasing statt Kauf
Um im harten Wettbewerb bestehen zu können, benötigen Industrie- und Produktionsunternehmen modernstes Equipment. Doch Maschinen sind teuer und Liquidität ist derzeit Mangelware. Gefragt sind deshalb innovative Finanzierungslösungen wie ein Leasing. Im folgenden Artikel zeigen wir, wann es sich lohnt, eine Maschine oder Produktionsanlage zu leasen.

Es ist Land in Sicht. Nach dem tiefen Einschnitt im Frühjahr hat sich der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe erholt. Im August gingen gemäß Statistischem Bundesamt 4,5 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe lag im Oktober zum ersten Mal seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Für kleine und mittlere Produktionsbetriebe bedeutet dies: Nach Monaten des Krisenmanagements ist wieder Zeit zu investieren.

Allerdings liegen die Umsätze im Industriesektor immer noch beinahe zehn Prozent unter dem Wert vom Februar. Die flüssigen Mittel sind nach wie vor knapp. Die Anschaffung von Maschinen und Produktionsanlagen ist jedoch häufig mit hohen Kosten verbunden. So kostet eine leistungsstarke Dreh- oder Fräsmaschine bis zu 300.000 Euro. Damit größere Investitionen keine Liquiditätsengpässe auslösen, bedarf deren Finanzierung sorgfältiger Planung. Als liquiditätsschonende Finanzierungsalternative kommt insbesondere ein Leasing infrage.

Operate- oder Finanzierungsleasing?

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert Leasing als spezielle Form der Vermietung beziehungsweise Verpachtung von Investitions- oder Konsumgütern. Die größte Ähnlichkeit mit der klassischen Miete hat das Operate-Leasing. Es zeichnet sich durch eine kurze Vertragsdauer und flexible Kündigungsmöglichkeiten aus. Das wirtschaftliche Risiko liegt vollständig beim Leasinggeber. Dieser übernimmt auch die Verantwortung für die Instandhaltung und Wartung der geleasten Maschine. Operate-Leasingverträge sind auf eine kurzfristige Nutzung ausgerichtet. Sie kommen beispielsweise dann zum Einsatz, wenn es einen Produktionsengpass zu überwinden gilt oder wenn der Leasingnehmer die Nutzungsdauer zu Vertragsbeginn noch nicht abschätzen kann.

Die typische Form des Leasings ist indes das Finanzierungs- oder Finance-Leasing. Das Finanzierungsleasing ist auf eine mittel- bis langfristige Nutzungsdauer angelegt. Dementsprechend ist die Vertragslaufzeit deutlich länger als beim Operate-Leasing. Sie beinhaltet eine Grundmietzeit, während der der Leasingvertrag unkündbar ist. Für Werterhaltung und Unterhalt ist der Leasingnehmer selbst zuständig.

Pay-as-you-earn-Prinzip

Der Hauptvorteil des Finanzierungsleasings gegenüber einem Kauf liegt in der geringeren Kapitalbindung. Die Kosten fallen nicht auf einen Schlag vor Nutzungsbeginn an, sondern werden gleichmäßig über die gesamte Nutzungsperiode verteilt. Dabei greift das Pay-as-you-earn-Prinzip. Das heißt, die Leasingraten lassen sich durch die regelmäßigen Erträge der geleasten Maschine oder Anlage gegenfinanzieren. Die Leasingraten stehen im Voraus für die ganze Vertragslaufzeit fest. Selbst bei einer Verschlechterung des Ratings erfolgt – anders als bei einem Kredit – keine Anpassung nach oben. Dies verschafft dem Leasingnehmer eine stabile Kalkulationsgrundlage.

Leasing: Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • schont Liquidität und Eigenkapital
  • Finanzierung durch Ertrag der geleasten Maschine
  • Steuervorteile durch Absetzbarkeit der Leasingkosten
  • bei kurzfristiger Nutzung oft günstiger als ein Kauf
  • kein Eigentumserwerb, beschränkte Verfügungsfreiheit
  • Gesamtkosten meist höher als bei kreditfinanziertem Kauf
  • keine Kündigungsmöglichkeit während der Grundmietzeit

Daneben bietet das Leasing steuerliche Vorteile, denn die Leasingraten lassen sich als Betriebsausgaben gewinnmindernd geltend machen. Namentlich bei geschickter Ausgestaltung der Sonderzahlungen sind beträchtliche Steuerersparnisse möglich. Voraussetzung für die Absetzbarkeit der Leasingkosten ist gemäß Leasingerlassen des Bundesfinanzministeriums aber eine Grundmietzeit, die mindestens 40 und höchstens 90 Prozent der üblichen Nutzungsdauer beträgt.

Keine Auswirkung auf Kreditrating

Ist diese Bedingung erfüllt, wird das Leasingobjekt aufseiten des Leasinggebers bilanziert. In der Bilanz des Leasingnehmers erscheint es weder als Aktivposten noch als Verbindlichkeit. Somit hat das Finanzierungsleasing im Unterschied zu einem Kauf auf Kredit keine Auswirkung auf die Eigenkapitalquote und lässt das Kreditrating unberührt. Darüber hinaus erfordert es keine Sicherheiten und ist weniger bonitätsabhängig als ein Bankdarlehen. Selbst ein Rating unterhalb des Investment-Grades ist bei dieser Finanzierungsvariante kein Hindernis.

Der größte Nachteil des Leasings ist der fehlende Eigentumserwerb. Der Leasingnehmer ist folglich in der Verfügungsfreiheit über seine Maschine eingeschränkt. Ohne das Einverständnis des Leasinggebers darf er zum Beispiel keine technischen Veränderungen vornehmen. Außerdem kann er die Maschine nicht verkaufen, wenn er sie nicht mehr braucht oder wenn er frisches Kapital benötigt. Eine Kündigung des Leasingvertrags ist, sofern es sich um ein Finanzierungsleasing handelt und die Grundmietzeit noch nicht abgelaufen ist, ebenfalls ausgeschlossen.

Fazit: Wann lohnt sich Leasing?

Die Entscheidung für oder gegen eine Finanzierungsvariante hängt naturgemäß nicht zuletzt von den Kosten ab. Insgesamt fallen die Leasingkosten oft etwas höher aus als die Zins- und Tilgungsraten eines Kredits. Bei der Berechnung der Gesamtkosten ist zu berücksichtigen, dass die Leasinggesellschaften den Leasingnehmer in der Regel zum Abschluss einer Versicherung verpflichten. Positiv fällt in diesem Zusammenhang ins Gewicht, dass viele Leasinggesellschaften mit einem Versicherer zusammenarbeiten und darum im Rahmen eines Gesamtpakets preiswerte Versicherungslösungen anbieten. Häufig sind auch günstige Wartungs- und Instandhaltungsverträge Bestandteil des Angebots.

Leasing lohnt sich in erster Linie bei teuren Maschinen, deren Anschaffung viel Kapital binden und die Liquidität stark belasten würde. Profitieren können insbesondere Unternehmen, die Mühe haben, günstige Kredite zu erhalten. Die Verringerung der Abhängigkeit von den Banken und der Erhalt der Bonität im Hinblick auf eine spätere Kreditaufnahme sind weitere Gründe, die für ein Leasing sprechen. Das Leasing macht es sodann einfacher, den Maschinenpark regelmäßig zu erneuern. Wer eine Maschine lediglich vorübergehend benötigt, fährt mit einem Leasing ebenfalls besser als mit einem Kauf. Das gilt vor allem für Maschinen, die einem hohen Wertverlust unterliegen und sich daher nur mit großen Einbußen weiterverkaufen lassen.

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Allerdings ist Leasing nicht gleich Leasing. Die Leistungen der verschiedenen Anbieter und die angebotenen Leasingvarianten weisen deutliche Unterschiede auf. Deshalb empfehlen wir, verschiedene Leasingangebote einzuholen und auch andere Finanzierungsalternativen wie Darlehen, Lagerfinanzierung, Factoring oder die Aufnahme von Mezzanine-Kapital zu prüfen. Wir sind uns bewusst, dass der Finanzierungsvergleich für mittelständische Unternehmen, die wegen der aktuellen Wirtschaftslage ohnehin mit großen Herausforderungen konfrontiert sind, einen erheblichen Zusatzaufwand bedeutet. Aus diesem Grund nimmt Ihnen Finanzierung.com die Arbeit ab und sucht für Sie die günstigste Finanzierungslösung. Gerne beraten wir Sie auch persönlich – natürlich kostenfrei und ohne Abschlusszwang.

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