Sale-and-lease-back erlaubt einem Unternehmen, die in seinem Anlagevermögen gebundenen Mittel freizusetzen und sich so schnell und unkompliziert Liquidität zu verschaffen. Seit einigen Jahren entdecken immer mehr KMU die Vorteile dieser Finanzierungsmethode.

Was ist Sale-and-lease-back?

Bei Sale-and-lease-back verkauft ein Unternehmen Bestandteile seines Anlagevermögens an einen Leasinggeber, um sie sofort wieder zurückzuleasen. Dadurch generiert das Unternehmen Liquidität, ohne Fremdkapital aufnehmen zu müssen. Als Leasingobjekte dienen meist Immobilien, Firmenfahrzeuge, Produktionsmaschinen oder IT-Anlagen. Am Ende der Vertragslaufzeit kann sich das Unternehmen in der Regel entscheiden, ob es die Objekte weiterleasen, zum vereinbarten Rückkaufpreis zurückerwerben oder der Leasinggesellschaft überlassen will. Der Rückkaufpreis richtet sich üblicherweise nach dem Wertverlust durch die Abnutzung, der sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemäß AfA-Tabelle berechnet. Die durchschnittliche Laufzeit eines Sale-and-lease-back-Vertrages liegt bei 48 Monaten.

Welche Kosten entstehen beim Sale-and-lease-back?

Leasingraten

Der Hauptkostenpunkt beim Sale-and-lease-back sind die monatlichen Leasingraten. Die Leasingraten beinhalten sowohl die Voll- oder Teilamortisation des Leasingguts als auch einen Zinsanteil. Mit dem Zins deckt die Leasinggesellschaft Kapitalkosten, Risiko und Bearbeitungsaufwand. Zudem enthält der Zins eine Gewinnkomponente. Der Zinssatz liegt gewöhnlich in einem Bereich von 7 bis 14 Prozent pro Jahr. Maßgeblich für die Höhe der Leasingrate sind somit:

  • der gegenwärtige Marktwert des Leasingguts
  • die voraussichtliche Entwicklung des Marktwertes bis zum Vertragsende
  • der vereinbarte Rückkaufpreis
  • das aktuelle Zinsniveau
  • die Bonität des Leasingnehmers

Um ihre Risiken abzudecken, nimmt die Leasinggesellschaft unter Umständen bei der Bewertung des Leasingguts zusätzlich einen Abschlag vor, der je nach Kreditwürdigkeit des Leasingnehmers und Art der Leasinggegenstände variiert.

Weitere Kosten und Gebühren

Daneben verrechnen einige Leasinggesellschaften eine einmalige Bearbeitungsgebühr in der Höhe von zwei bis drei Prozent des Auszahlungsbetrages.

Sofern die Leasinggesellschaft dies nicht ohnehin verlangt, empfiehlt sich, das Leasinggut durch einen Sachverständigen bewerten zu lassen. Die Gutachtengebühr beträgt je nach Art und Anzahl der Leasinggegenstände typischerweise zwischen 3.000 und 4.000 Euro.

Bei der Kalkulation der Gesamtkosten eines Sale-and-lease-back-Vertrages müssen Unternehmen außerdem berücksichtigen, dass sie verpflichtet sind, die geleasten Gegenstände zu versichern. Auf der anderen Seite bietet das Leasing einen erheblichen Steuervorteil. Anders als die Raten für einen Unternehmenskredit lassen sich die Leasingraten nämlich als Betriebsausgaben steuerlich absetzen.

Beispielrechnung für eine Maschine im Wert von 1 Mio. €

Die Firma Muster GmbH hat für eine Million Euro eine neue Produktionsmaschine gekauft. Wegen eines Forderungsausfalls benötigt das Unternehmen dringend Liquidität. Es entscheidet sich daher, die neue Maschine an eine Leasinggesellschaft zu veräußern und zurückzuleasen. Nach Abzug eines Risikoabschlages von 10 Prozent des Neuwertes zahlt die Leasinggesellschaft 900.000 Euro an die Muster GmbH aus. Der Leasingvertrag läuft über eine Dauer von 48 Monaten. Anschließend hat das Unternehmen eine Kaufoption zum Restwert von 540.000 Euro. Durch die Sale-and-lease-back-Transaktion entsteht der Muster GmbH ein Gesamtaufwand von 740.958,90 Euro. Darin sind der Bewertungsabschlag, die Leasingraten und eine Bearbeitungsgebühr enthalten.

 

Anschaffungswert1.000.000,00 €
Bewertungsabschlag (10 %)100.000,00 €
Auszahlungsbetrag900.000,00 €
Restwert540.000,00 €
Laufzeit48 Monate
Effektiver Zinssatz p. a.9,5 %
Leasingrate p. m.12.978,30 €
Leasingraten insgesamt622.958,90 €
↳ davon Zinsen262.958,90 €
Bearbeitungsgebühr (2 % des Auszahlungsbetrags)18.000,00 €
Gesamtaufwand740.958,90 €

Sale-and-lease-back: Weniger Abhängigkeit von den Banken

Spätestens seit der Einführung von Basel III sind die Banken zurückhaltend mit Krediten an den Mittelstand. Ein Sale-and-lease-back-Geschäft ist – wie das oben stehende Beispiel zeigt – ein günstiger Weg, schnell an Liquidität zu gelangen. Es benötigt keine zusätzlichen Sicherheiten und belastet die Eigenkapitalquote nicht. Damit bleibt es die Möglichkeit, weitere Kredite zu erhalten, bestehen, verringert aber gleichzeitig die Abhängigkeit von der Hausbank.

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...