Factoring: Was ist das eigentlich genau?

Eine recht bekannte Situation für Unternehmen: Werden dem Kunden Zahlungsziele eingeräumt, entstehen dadurch oftmals erhebliche bürokratische und finanzielle Aufwendungen. Das Verfassen von Rechnungen, die Führung der Debitorenbuchhaltung sowie das Anmahnen eventueller Zahlungsausfälle, um drei der geringsten Unannehmlichkeiten zu nennen.

Bis zum endgültigen Zahlungseingang wird der Kunde vorfinanziert, so dass die finanziellen Mittel des Unternehmens bis dahin in den Kundenforderungen eingebunden bleiben.

Da Forderungsausfälle nie auszuschließen sind, tragen Betriebe schließlich auch die Risiken eines Zahlungsausfalls.

Die Verlagerung dieser Risiken und Unannehmlichkeiten an eine äußere Instanz kann mittels einer bereits etablierten Alternative kurzfristiger Fremdfinanzierung bewältigt werden: dem Factoring.

Factoring ist ein Finanzierungsgeschäft bei dem ein Finanzierungsinstitut, Factor genannt,

  1. die Forderungen von Unternehmen (Kunden) ankauft und diese bis zu ihrer Fälligkeit bevorschusst (Finanzierungsfunktion).
  2. das Risiko eines Ausfalls von Forderungen übernimmt (Delkrederefunktion).
  3. für die Debitorenbuchhaltung, das Mahnwesen und das Inkasso verantwortlich ist (Dienstleistungs- und Servicefunktion).

Welche Art des Factorings ist für Ihr Unternehmen geeignet?

Es stehen Ihrem Unternehmen mehrere, unterschiedliche Ausprägungen dieser Finanzierungsalternative zur Verfügung:

  1. Echtes & unechtes Factoring: Werden alle drei Funktionen, insbesondere die Delkrederefunktion, durch den Factor übernommen, so spricht man vom echten Factoring. Bleibt hingegen das Forderungsausfallrisiko beim Klienten, handelt es sich um unechtes Factoring.
  2. Offenes & stilles Factoring: Weiterhin besteht bei der Abtretung der Forderungen eine Einteilung in offenes (notifiziertes) und stilles (nichtnotifiziertes) Factoring, die sich im Wesentlichen im Kenntnisstand des Kunden über das Weiterleiten der Forderung an einen Factor unterscheiden.
  3. Full- & Inhouse-Factoring: Bei der vollständigen Auslagerung der Debitorenbuchhaltung an einen Factor spricht man vom Full-Factoring, bei einer teilweisen Auslagerung vom Inhouse-Factoring-Modell.
  4. Import- & Export-Factoring: Des Weiteren können Unternehmen Import- und Export-Factoring für das Management ihrer grenzüberschreitenden Forderungen in Anspruch nehmen.
  5. Reverse- & B2C-Factoring: Beim Reverse-Factoring und beim B2C-Factoring handelt es sich um zwei zusätzliche besondere Finanzierungsmodelle. Ersteres ermöglicht es Unternehmen als Debitoren die Initiative zu ergreifen und einen Factor zum Begleichen ihrer Forderungen zu beauftragen. Letzteres bezieht sich hingegen auf die Übernahme von Privatkunden-Forderungen. 

Ihre Vorteile durch Factoring:

  • Steigern Sie Ihre Liquidität
  • Risikoabsicherung gegen Zahlungsausfälle mit zügiger Bereitstellung finanzieller Mittel durch den Factor (bereits ab 2 Wochen)
  • Verbesserte Eigenkapitalquote durch Wegfallen von Forderungen aus der Bilanz = bessere Ratings
  • Verwaltungsaufwand-Minimierung durch Übernahme des Debitorenmanagements durch den Factor
  • Senken Sie die Verschuldungsquote
  • Factoring ist schneller und unkomplizierter im Vergleich zu anderen Finanzierungsarten
  • Statt die Mittel zu binden, reinvestieren Sie das Geld
  • Bieten Sie Ihren Kunden günstige Konditionen und Zahlungsfristen
  • Bezahlen Sie Ihre Lieferanten schneller und profitieren von entsprechend günstigeren Konditionen

Für welche Unternehmen eignet sich Factoring besonders?

Die Finanzierungsalternative Factoring steht Unternehmen unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Forderungen können bereits ab einer Höhe von 10.000 Euro bevorschusst werden.

Besonders für mittelständische Unternehmen lohnen sich die Vorteile des Factorings, falls zusätzliche Liquidität zur Tilgung bestehender Kredite oder für das Erreichen vorteilhafter Kennzahlen für die Unternehmensbewertung benötigt wird. 

Die Zahlen auf einen Blick

Laut aktuellen Zahlen (2016) des Deutschen Factoring Verbandes e.V. nutzen über 27.250 Kunden die Finanzierungsalternative Factoring, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von umgerechnet 33,8% ergibt.

Etwa 91% der Factoring-Kunden werden dem KMU-Segment von 0 bis 10 Millionen Euro Factoring-Umsatz zugerechnet, wobei diese Kunden knapp 60% des gesamten Factoring-Volumens in Deutschland ausmachen (ein Plus von fast 15% gegenüber 2015). Weniger als 3% der Factoring Kunden bedienen hingegen die großen Umsatzsegmente ab 50 Millionen Euro, repräsentieren jedoch fast 25% des Factoring-Volumens.

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