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Die Fluggesellschaft Air Berlin ist insolvent – Eine ungewöhnliche Brückenfinanzierung sorgt jedoch für Klärungsbedarf

Air Berlin ist insolvent und die Bundesregierung hilft. Doch welche Optionen haben kleinere Betriebe im Ernstfall?

Seit dieser Woche ist es also bekannt: Die zweitgrößte Airline Deutschlands ist nun offiziell pleite. Nach Jahren, in denen der rötliche Ton der Unternehmensergebnisse konsekutiv dunkler geriet, geht nun wohl nichts mehr. Doch der Pleitegeier Air Berlin sträubt sich und bleibt vorerst in der Luft. Wer verschafft der Fluggesellschaft den nötigen Aufwind, um trotz Zahlungsunfähigkeit die Schwingen hoch in den Lüften zu halten – und warum?

Die Frage ist nicht ganz klar zu beantworten, doch machen Gerüchte, die in Anbetracht einer bevorstehenden Bundestagswahl nicht allzu unplausibel erscheinen, die Runde. Böse Zungen behaupten etwa, das großzügige Einspringen der Bundesregierung in Rekordzeit, mit einem Brückenkredit über 150 Mio. Euro, sei auf Wahlkalküle zurückzuführen. Man wolle keine Bilder gestrandeter Sommer-Urlauber so kurz vor der entscheidenden Wahl provozieren. Dann lieber Geld locker machen. Immerhin zeigt sich das Finanzministerium zuversichtlich, dass der Massekredit über 150 Mio. Euro vollständig zurückgezahlt werden wird – schließlich handelt es sich hierbei um ein vorrangiges Darlehen, wie es für Insolvenzen üblich ist. Eher überraschend ist hierbei in welch einer Geschwindigkeit der Kreditentscheidungsprozess vonstatten ging. Von gängiger Praxis kann hier keinesfalls die Rede sein. Doch immerhin kommen die Urlauber sicher und wohlbehalten aus dem wohlverdienten Urlaub zurück. Für große Erleichterung dürfte aber vor allem Eines sorgen: Das Gehalt des Air Berlin Chefs, Thomas Winkelmann, ist sicher. Das ist ja nochmal gut gegangen. Aber gut, der Mann ist ja erst seit April auf dem Posten und kaum Hauptverantwortlicher des Niedergangs.

Um einen ein wenig, weniger zynischen Ton anzuschlagen: Das Aus für die deutsche Fluggesellschaft ist tragisch für Mitarbeiter und Beteiligte und passionierte Air Berlin-Vielflieger. Doch nach etlichen Sanierungskonzepten, Strategiewechseln, Zu- und Verkäufen und Neubesetzungen von Führungspositionen ist nun die Luft raus. Das Einzige was bei Air Berlin in den letzten Jahren Beständigkeit innehatte, waren die durchwegs miesen Quartalsberichte.

Was aus dem Insolvenzfall wird: die Interessenten sind in Position, doch Ungereimtheiten und Beschwerden liegen in der Luft.

Jetzt wird vor allem interessant, wer sich bei der Zerschlagung, die Filetstücke der Luftfahrtgesellschaft sichern kann. Einige ehemalige Wettbewerber, allen voran die Lufthansa, stehen bereit sich ein schönes Stück aus der Torte herauszuschneiden. Das Kartellamt wird hier natürlich mit von der Partie sein müssen. Bleibt nur die Frage, ob diese große Insolvenz zu einem absehbaren Ende führt, oder zu einem, wie in den letzten Jahren vor allem in der Griechenland-Berichterstattung vielzitierten „Schrecken ohne Ende“ verkommt.

Den meisten Unternehmern dürfte indes insbesondere Eines schmerzlich bewusst sein – im Falle der eigenen Insolvenz wird der Staat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit einer saftigen Liquiditätsspritze bereitstehen. Aber auch in Ordnung – kann ja keiner vom Staat in einer liberalen Marktwirtschaft, die zu einem Großteil auf Selbstregulierung der Marktmechanismen beruht, erwarten. Doch spielen nun einmal solche Wahrnehmungen eine Rolle. Denn wir wissen aus Erfahrung welcher Druck gerade in kleinen Betrieben auf den Verantwortlichen und Mitarbeitern lastet, wenn die wirtschaftliche und finanzielle Zukunft – geschäftlich und privat – am seidenen Faden hängt.

Konkurrent Ryanair wittert derweil ein Komplott zwischen der Bundesregierung, der Lufthansa und Air Berlin, und reichte prompt Beschwerde beim Bundeskartellamt und bei der EU-Wettbewerbskommission ein. Doch die Bundesregierung zeigt sich zuversichtlich, dass der Kredit zurückgezahlt werden könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte den Brückenkredit ebenfalls, unter Verweis auf die eigentlichen Geschädigten, nämlich die Urlauber.

Das Sanierungskonzept der Air Berlin ist gescheitert – Insolvenzen in Deutschland weiterhin rückläufig

Diese Optionen stehen auch kleineren Betrieben im oder vor dem Insolvenzfall zur Verfügung

Eine gute Erklärung für das Scheitern der Airline findet sich wohl irgendwo zwischen gescheiterten Sanierungsmaßnahmen und ungünstiger Positionierung im Preissegment, die letztendlich die Air Berlin im Laufe der Jahre obsolet gemacht haben. Auch große Betriebe können also, wie Air Berlin nun einmal wieder beweist, pleite gehen. Insgesamt steht Deutschland hinsichtlich der Unternehmensinsolvenzen jedoch hervorragend dar. Der stetige Rückgang der Zahlungsunfähigkeiten setzt sich auch 2017 fort. Konkret verzeichnete die deutsche Wirtschaft einen deutlichen Rückgang an Insolvenzen von minus 5,9 Prozent auf 10.300 Unternehmen im ersten Halbjahr 2017. Die Geldpolitik der europäischen Zentralbank dürfte hier einiges beigetragen haben – Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.

Auch für kleine und mittlere Betriebe eine Finanzierungsalternative im Ernstfall: Sale & Lease Back

Doch was machen Unternehmen, die im Falle einer Insolvenz keine wütenden Urlauber/Wähler-Horden an ausländischen Flughäfen als Druckmittel zurücklassen können? Nun ja, das eigene Schicksal in die Hand nehmen! Wer die Zeichen frühzeitig erkennt kann auch am ehesten noch gegensteuern – und hier gibt es heutzutage viele interessante Möglichkeiten eine Finanzierung der Rettungsmaßnahmen bewerkstelligt zu bekommen. Insbesondere Sale & Lease Back hat sich in der Vergangenheit als wertvolles Finanzierungsinstrument in extremen Lagen hervorgetan. Der Vorteil: Mit Sale & Lease Back müssen Unternehmen keine weiteren Fremdmittel aufnehmen, was in Situationen knapper Finanzen und geringer Bonität kaum eine praktikable Alternative darstellt, sondern können aus den eigenen Kapitalanlagen liquide Mittel generieren, die bei der Finanzierung von Gegenmaßnahmen weit effektiver eingesetzt werden können.

Perfekte Finanzplanung und sofortige Liquidität nach Geschäftsabschluss: Liquiditätsengpässe gehören mit Factoring der Vergangenheit an.

Eine der am weitesten verbreiteten Ursachen für Insolvenzen ist aber immer noch suboptimales Finanzmanagement. Wer rechtzeitig seine Finanzierungsstruktur individuell, bedarfsgerecht ausrichtet, kann langfristig große finanzielle Vorteile und andere Wettbewerbsvorteile schaffen, während unnötige Kreditkosten eingespart werden. Hier präsentiert sich Factoring für immer mehr Unternehmen aus dem KMU-Bereich als eine attraktive, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit, die aber auch in der Buchhaltung, im Mahnwesen oder bei den Kundenzahlungszielen für einige Verbesserungen des eigenen Angebots sorgen und dadurch auch die Kundenattraktivität nachhaltig steigern kann.

Keine Aussicht auf staatliche Hilfte? Kein Problem: Wir unterstützen Sie in Finanzierungsanliegen rund ums Thema Sanierung und Insolvenz.

Während großen Unternehmen immer wieder auf die Rettung oder zumindest Hilfe durch den Staat hoffen können, sieht die Realität für kleinere, öffentlichkeitsunwirksame Betriebe anders aus. Die Pleite der Airline Air Berlin bietet Beobachtern wohl noch länger Gesprächsstoff, da sie zu einer politisch brisanten Zeit anfällt. Konkurrent Ryanair wittert ein Komplott, Andere denken über einen strategischen Default der Airline, kurz vor der Bundestagswahl nach. Für Unternehmen unterhalb des Radars der öffentlichen Berichterstattung geht eine Insolvenz vor allem mit viel Druck, Unsicherheit und Verlustpotenzial einher. Hier müssen Unternehmen auf eigene Faust handeln – doch mit dem richtigen Finanzpartner lässt sich gerade vor der Insolvenz häufig noch das Ruder herumreißen. Leider gibt es aufgrund der Vielseitigkeit der mittelständischen Wirtschaft kein Universalrezept zur Sanierung eines Betriebes. Deshalb bieten wir Unternehmen aller Art eine Finanzierungslösung, die den individuellen Umständen gerecht wird. Hierbei setzen wir auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung, Unabhängigkeit und mehr als 200 Finanzierungspartner. Kontaktieren Sie uns und schildern Sie uns Ihr Anliegen. Wir finden die passende Lösung für Ihren Finanzierungsbedarf.

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