Konsortialfinanzierung

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist ein Konsortialfinanzierung?

Ein klassischer Kredit wird meist zwischen einem Kreditgeber und einem Kreditnehmer vereinbart. Es gibt jedoch Kredite, die entweder eine zu hohe Summe oder ein zu hohes Risiko aufweisen, sodass eine Bank allein das Kapital nicht bereitstellen möchte. In dies der Fall wird ein Konsortialkredit abgeschlossen.

Eine Konsortialfinanzierung besteht dabei aus mehreren Banken, jedoch mindestens 2. Diese vereinen sich zu einem Konsortium und teilen sowohl die Kreditsumme als auch das Risiko untereinander auf. So kann das Unternehmen eine größere Kreditsumme aufnehmen, ohne mit verschiedenen Kreditgebern kleinere Darlehen aushandeln zu müssen. Denn der Vorteil für das Unternehmen liegt darin, dass nur der Kontakt zu einer Ansprechperson, dem Konsortialführer, besteht.

Wie läuft eine Konsortialfinanzierung ab?

Ein Konsortialkredit beginnt damit, dass ein Unternehmen den Bedarf an großen Geldmitteln feststellt. Denn diese Art von Finanzierung wird erst ab größeren Summen von mehreren Millionen Euro eingesetzt. Dafür treten Unternehmen meist an ihre Hausbank heran, die dann eine Konsortialfinanzierung vorschlägt, wenn sie selbst nicht bereit ist, die volle Kreditsumme und das Risiko zu tragen. Dabei kann es sogar zum Zusammenschluss einer großen Anzahl an Banken kommen.

Hierfür muss das Unternehmen nicht mit allen Parteien verhandeln, sondern lediglich mit einem Vertreter des Konsortiums. Dieser arbeitet die Struktur der Finanzierung und möglichen Konditionen aus. Im Anschluss daran muss das Konsortium überzeugt werden.

Das Unternehmen legt hierfür, wie auch bei einem normalen Bankkredit, wichtige Unterlagen, wie z.B. den Businessplan, Innovationspläne und bedeutende Kennzahlen vor. Sind alle Beteiligten mit den Konditionen einverstanden, wird der Vertrag aufgesetzt. Anschließend kommt es zur Unterzeichnung.

In diesem sind neben den Zinsen, Laufzeiten und Verwendungszwecken auch häufig Kennzahlen festgelegt, die das Unternehmen einhalten muss, wie beispielsweise eine bestimmte Eigenkapitalquote, die nicht unterschritten werden darf. Der Konsortialführer übernimmt dann die Kommunikation zwischen dem Kreditnehmer und dem Konsortium. Er überwacht die Auszahlungen und den Informationsfluss.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um einen Konsortialfinanzierung zu erhalten?

Der Konsortialkredit ist keine eigenständige Finanzierungsform, sondern eine spezielle Unterform des Bankkredits. Damit unterliegt er ähnlichen Kriterien.

Neben ausreichenden Sicherheiten muss das Unternehmen u.a. Umsatz- und Gewinnplanungen vorlegen, einen Businessplan, Investitionspläne des Kredits etc. Außerdem sollten Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote und der Cashflow hoch sein, um Raten und Zinsen zahlen zu können.

Welche Vorteile und Nachteile bietet eine Konsortialfinanzierung?

Vorteile:

  • Hohe Kreditsummen zu einheitlichen Bedingungen und bei einem Kreditgeber
    Das hilft den Überblick über die Rückzahlungen und Zinsen zu behalten. Bei vielen kleinen Krediten kann es passieren, dass Zahlungen nicht rechtzeitig überwiesen werden, was wiederum zu einer schlechten Bonität führen kann.
  • Planungssicherheit erfolgt durch Kreditzusage
    Das Unternehmen hat die Sicherheit die benötigte Kreditsumme zu erhalten, da es für die Banken im Konsortium vertraglich nur möglich ist mit einer Mehrheit auszusteigen. Einzelne Banken können das Konsortium meist nicht verlassen. Außerdem müsste sich das Unternehmen bei kleineren Darlehen immer wieder um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Das entfällt ebenfalls.
  • Das Unternehmen hat nur einen Ansprechpartner
    Informationen müssen nur an eine Kontaktperson weitergeleitet werden und bei Fragen steht die gleiche Person zur Verfügung.
  • Geringer Zeitaufwand, da wenige Einzelverhandlungen notwendig sind
    Das Unternehmen spart durch die Verhandlung mit dem Konsortium Zeit. Bei vielen unterschiedlichen Verhandlungen würde es deutlich länger dauern, die notwendige Summe zu erhalten.
  • Lange Laufzeiten
    Das gibt dem Unternehmen die Sicherheit langfristig zu planen.

Nachteile:

  • Die Verhandlung mit dem Bankenkonsortium kann zu schlechteren Konditionen führen
    Dadurch, dass einheitliche Konditionen beschlossen werden, kann es beispielsweise zu höheren Zinsen 2 Banken halten die Bonität zum Beispiel für ausreichend, während die 3 anderen Banken anderer Meinung sind und höhere Zinsen fordern. Da sie sich jedoch auf einheitliche Zinsen einigen müssen, kann es passieren, dass sich die Konditionen für das Unternehmen verschlechtern.
  • Die Bedingungen sind sehr detailliert
    Dadurch kann die Ausarbeitung der Verträge lange dauern. Auch die spätere Zusammenstellung an Informationen, die das Konsortium regelmäßig einfordert, kann viel Zeit in Anspruch nehmen.
  • Der Kreditnehmer besitzt wenig Spielraum
    Große Kreditsummen können nur durch wenige Finanzierungsmöglichkeiten realisiert werden. Dadurch haben die Kreditgeber eine größere Macht, da eine Alternative häufig nicht existiert.