Alternative/bankenunabhängige Finanzierung

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was sind alternative Finanzierungen?

Der klassische Bankkredit ist schon lange nicht mehr die einzige Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen. Früher war es wichtig, eine starke Beziehung zu seinem persönlichen Bankberater zu haben, um möglichst unbürokratisch Kredite zu bekommen. Das bedeutete jedoch auch, dass Unternehmen von den Banken und deren Auflagen abhängig waren.

Mit den Vorschriften für Banken aus Basel II und III ist die Vergabe von Krediten erheblich erschwert worden, sodass sich alternative Finanzierungen bzw. bankenunabhängige Finanzierungen entwickelt haben.

Heute verfügen Firmen über verschiedene Wege, Eigen- und Fremdkapital aufzustocken und sind nicht mehr auf Bankkredite als alleinige Finanzierungsmöglichkeit angewiesen.

Welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Leasing

Anstatt eine große Kapitalsumme in Maschinen, Fahrzeuge, Anlagen und IT-Infrastruktur zu binden, können diese auch geleased werden. Das bedeutet, dass sie beim Leasing nicht in den Besitz des Unternehmens übergehen, sondern für einen vereinbarten Zeitraum „gemietet“ werden. Das bietet Vorteile, da Leasingraten als Betriebskosten direkt angesetzt werden dürfen. Außerdem wird das Eigenkapital geschont, da weder größeres Kapital abfließt noch ein Kredit aufgenommen werden muss, der die Eigenkapitalquote negativ beeinflusst.

Innerhalb des Leasings gibt es verschiedene Verfahren und Möglichkeiten der Vertragsgestaltung. Eine bekannte Form ist das Sales and Lease-Back bzw. Sales und Rent-Back.
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Factoring

Factoring war lange Zeit ein Nischenprodukt auf dem Kapitalmarkt. Im Jahre 2018 verzeichnete die Branche ein Umsatzvolumen von 241,8 Milliarden Euro*, was deutlich zeigt, dass sich diese Finanzierungslösung etabliert hat. Firmen nutzen Factoring gerne, wenn Forderungen ein langes Zahlungsziel haben. So müssen Unternehmen, aufgrund der vereinbarten Konditionen, lange auf ihr Geld warten. Das kann oft zu Schwierigkeiten in der weiteren Finanzierung für neue Aufträge oder Lieferungen führen. Deshalb werden die Forderungen an einen Factoring-Anbieter weiterverkauft. Dieser übernimmt das Forderungsausfallrisiko und das Unternehmen erhält den Rechnungsbetrag und kann somit schneller über das Geld verfügen.
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Finetrading

Fälschlicherweise wird Finetrading oft als das Gegenteil von Factoring bezeichnet. Hier geht es jedoch nicht um den Verkauf einer Rechnung. Bei Finetrading kauft ein Zwischenhändler die Ware vom Lieferanten und verkauft sie weiter an den Kunden. Das Ziel ist dabei eine längere Zahlungsfrist für den Kunden, der länger über sein Kapital verfügen kann, bevor er hohe Rechnungen zahlen muss.

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Crowdfunding

Eine wachsende Sparte der bankenunabhängigen Finanzierungen ist das Crowdfunding. Hier werden Projekte auf Plattformen ausgeschrieben und Investoren können ihr Kapital in die Projekte geben, die sie für zukunfts- und renditeträchtig erachten. Oft werden so soziale Projekte finanziert, da auch kleinere Summen durch Privatpersonen investiert werden können. Welche Gegenleistung die jeweiligen Investoren erhalten, kann in den Konditionen der einzelnen Projekte individuell festgelegt werden.

Lagerfiananzierung

Vor allem Handelsunternehmen, aber auch das produzierende Gewerbe haben oft einen hohen Lagerbestand, der große Mengen Kapital bindet. Bei der Lagerfinanzierung wird der Lagerbestand vom Kreditgeber als Sicherheit akzeptiert. Die Zinsen sind oft niedriger als bei einem Bankkredit und die Lagerfinanzierung ist einfacher zu erhalten, da keine weiteren Sicherheiten herangezogen werden müssen, da der Wert des Lagerbestandes bereits die Sicherheit ist.

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