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Lagerfinanzierung

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist eine Lagerfinanzierung?

Handelsunternehmen haben oftmals einen hohen Lagerbestand zu kämpfen. Dieser umfasst i. d. R. nicht verderbliche Ware, die in naher Zukunft weiterverkauft werden soll. Eine just-in-time Lieferung ist hier häufig schwer zu realisieren, da sich Gewinn vor allem durch die Marge von Einkaufs- und Verkaufspreis ergibt und sich ein günstiger Einkaufspreis insbesondere durch eine hohe Menge erzielen lässt. Doch auch andere KMUs binden einen hohen Anteil an Kapital und Liquidität mit ihrem Lagerbestand. Ganz gleich ob es sich dabei um Rohstoffe oder bereits fertige Produkte handelt.

Gleichzeitig kann es durch eine abschwächende Konjunktur oder durch Forderungsausfälle zu einem Engpass im Working Capital bzw. der Liquidität kommen. Wenn dann notwendige Reserven oder Sicherheiten für einen Überbrückungskredit bei der Bank fehlen, kann auch ein stabiles Unternehmen kurzzeitig ins Straucheln geraten.

Aus diesem Grund gibt es alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Neben Factoring und Finetrading gehört auch die Lagerfinanzierung dazu. Hier wird der Lagerbestand vom Kreditgeber als Sicherheit akzeptiert. Oft erhält das Unternehmen den Kredit zu günstigeren Zinsen als bei der Bank. Außerdem steigt mit erhöhtem Lagerbestand auch auf Wunsch die Kreditlinie.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Lagerfinanzierung gegeben sein?

Da die Ware im Lager liegen bleibt, sollte ein ausreichender Versicherungsschutz bestehen. Außerdem ist es wichtig, dass die Produkte frei von Rechten Dritter sind. Sie können nicht als Sicherheit für eine Lagerfinanzierung dienen, wenn bereits jemand anderes Anrecht darauf hat oder die Güter noch nicht bezahlt sind. Daher sind auch regelmäßige Bestandsmeldungen anzufertigen.

Ein weiterer Punkt, auf den die Finanzierungsgeber achten werden, ist die Umschlagshäufigkeit der Ware. Denn die Umschlagshäufigkeit gibt an, wie viel Ware grundsätzlich verkauft wird. Beträgt die Umschlagshäufigkeit ein Jahr oder länger, könnte das ein Anzeichen sein, dass der Lagerbestand nur schwer oder gar nicht zu veräußern ist.

Wann ist eine Lagerfinanzierung eine sinnvolle Finanzierungsalternative?

Eine Lagerfinanzierung kann in folgenden Situationen eine mögliche Alternative bieten:

  • Einkauf von neuer Ware kann mit dem bestehenden Kreditrahmen nicht mehr gedeckt werden.
  • Es werden Engpässe in der Liquidität ersichtlich und müssen überbrückt werden.
  • Das Unternehmen erhält einen neuen Großauftrag ohne Anzahlung und muss den Wareneinkauf überbrücken.
  • Die Bilanz soll optimiert werden, indem Verbindlichkeiten aus Krediten reduziert werden.
  • Das Unternehmen möchte Skonti und andere Rabatte nutzen.

Welche Vorteile hat die Lagerfinanzierung?

  • Keinen Einfluss auf die Kreditlinie bei der Bank – Es müssen keine langen und eventuell erfolglosen Verhandlungen mit der Bank geführt werden.
  • Lieferantenrechnungen können sofort mit Skonto gezahlt werden – Das ermöglicht weitere Einsparungen.
  • Der Kredit ist nicht zweckgebunden – Es kann eine neue Produktion finanziert werden, genauso wie die Rückzahlung eines Kredits oder die Begleichung einer Lieferantenrechnung
  • Steigerung der Liquidität.