Basel I, Basel II, Basel III und Basel IV

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Glossar.

Was sind die Abkommen Basel I, II, III und IV?

Diese vier Abkommen sind Regelungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden, um die Risiken des Finanzsystems und der Banken zu minimieren. Basel I wurde 1988 ins Leben gerufen. Damals hat die Bank für internationale Zusammenarbeit (BIZ) erkannt, dass das Finanzsystem hohe Risiken birgt. Vor allem die Eigenkapitalquote der Banken war damals ein unsicherer Faktor.

Im Laufe der Zeit folgten weitere Regelungen und nach der Finanzkrise 2007 wurde Basel III verabschiedet und an Basel IV wird bereits gearbeitet.

Das Ziel ist, die Gefahr einer Bankenkrise durch Insolvenzen der Banken zu minimieren. So sollen die Steuerzahler und Regierungen geschützt werden. Die späteren Regelungen fokussieren vor allem die globale Vernetzung des Banksystems und sollen für eine weltweite Stabilität im Finanzsystem sorgen.

Was beinhalten die einzelnen Abkommen?

Basel I

In den 70iger und 80iger Jahren gab es vor allem in den USA und Japan einige Bankenpleiten. Im Zuge dessen beschloss der Basler Ausschuss Richtlinien für die Banken, die in den G-10 Ländern tätig waren. Diese beinhaltete vor allem eine Mindesteigenkapitalausstattung von 8%, um die risikoreichen Bankkredite und Anleihen zu sichern.

Da die zugrundeliegende Berechnungsmethode jedoch unzureichend war und die Banken nicht genügend absicherte kam es 1999 zu neuen Verhandlungen, in denen Basel II beschlossen wurde.

Basel II

Die Verhandlungen von Basel II dauerten ca. 5 Jahre. 2004 konnten sich schlussendlich die Chefs der Zentralen Notenbanken und die Aufsichtsbehörden der führenden Industrieländer einigen. Die neue Richtlinie beschränkt sich nicht mehr nur auf die Eigenkapitalquote, sondern auch auf das Risiko bei Kreditgeschäften. Je größer das Risiko, desto höher muss das Eigenkapital sein. Außerdem wurde ein Prozess zur Überprüfung von Banken festgelegt. Seit Basel II führen Banken ebenfalls strengere Bonitätsprüfungen durch, um das Risiko von ausfallenden Bankkrediten zu minimieren.

Basel III

Mit Basel III haben die G20 Nationen auf die globale Finanzkrise von 2007/2008 reagiert. Damals mussten einige Banken mit Steuergeldern gerettet werden, da sie sich mit riskanten Geschäften verspekuliert hatten.

Die neue Regelung sieht eine Verschärfung der Eigenkapitalquote und des Kernkapitals vor. Außerdem muss die Bank einen Kapitalerhaltungspuffer halten, der im Falle eine Krise faule Kredite abfedern kann. Basel III gilt seit 2019.

Ziel war es, die Banken dazu zu bewegen, höhere Reserven und Puffer zu bilden, um mögliche Finanzkrisen in Zukunft selbst abfedern zu können. Vermeiden wollte man, dass zukünftig Banken wieder mit Steuergeldern gerettet werden müssen.

Basel IV

Während Basel III erst vor Kurzem in Kraft getreten ist, wird bereits über weitere Verschärfungen diskutiert, die in der Zukunft den Bankensektor weiter stützen und das Risiko von Finanzkrisen minimieren sollen. Darin enthalten sind weitere Erhöhungen der Eigenkapitalquote sowie eine transparentere Darstellung und Offenlegung von Finanzstatistiken.