Eigenkapitalquote

Kurz und bündig erklärt in unserem Finanzierungs-Lexikon.

Was ist die Eigenkapitalquote?

Als Eigenkapital wird das Kapital bezeichnet, das nach Abzug von Verbindlichkeiten und Schulden (Fremdkapital) vom Gesamtkapital übrig bleibt. Dazu zählen sowohl Barreserven als auch Bankguthaben, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen etc.

Die Eigenkapitalquote ist der prozentuale Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital. Er ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen und dient vor allem zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit und Bonität des Unternehmens. Die Quote gibt Hinweise auf die Kapitalstruktur der Firma. Je höher die Eigenkapitalquote, desto eher kann sie eine Krise oder zurückgehende Aufträge abfedern.

Wie wird die Eigenkapitalquote berechnet?

Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Welche Bedeutung hat die Eigenkapitalquote?

Eine hohe Eigenkapitalquote ist in erster Linie ein Sicherheitsfaktor. Sie zeigt, dass das Unternehmen nur zu einem geringen Anteil fremdfinanziert ist und genug Reserven aufweist, um bei wirtschaftlich-schwierigen Zeiten eine Insolvenz zu umgehen. Denn selbst wenn die Produktion bei fehlenden Aufträgen heruntergefahren werden kann, so bleibt stets ein hoher Anteil an Fixkosten, der weiterhin gedeckt werden muss.

Außerdem hilft eine hohe Eigenkapitalquote, neue Kredite für Investitionen zu bekommen. Darin sehen Banken und andere Geldgeber eine gesunde Kapitalstruktur. Auch mögliche Investoren, die Anteile erwerben möchten, sehen in einer hohen Quote eine Sicherheit. Im Fall einer Insolvenz werden grundsätzlich zunächst Kredite und Verbindlichkeiten gezahlt.

Auch die Liquidität ist grundsätzlich gesichert. Werden in einem Jahr höhere Tilgungsraten für Fremdkpaital-FInanzierungen fällig, so kann ein hohes Eigenkapital diese Verbindlichkeit zahlen, ohne das Unternehmen in einen wirtschaftlichen Engpass zu treiben.

Eine gesunde Eigenkapitalquote liegt zwischen 25% und 30%. Das Eigenkapital kann beispielsweise durch Ausschüttung von Anteilen, Einbehalt von Gewinn oder Investition der Inhaber aufgebessert werden. Eine weitere Möglichkeit, das Eigenkapital zu erhöhen, ist der Verkauf von Unternehmensanteilen.

Welche Nachteile kann eine zu hohe Eigenkapitalquote haben?

Dennoch ist eine zu hohe Eigenkapitalquote ebenfalls nicht ratsam, da sich diese negativ auf die Eigenkapitalrendite auswirken kann, da der Leverage-Effekt von Fremdkapital nicht genutzt wird.

Außerdem ist zu beachten, dass diese Kennzahl nie allein eine Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zulässt. Ein Unternehmen mit sinkenden Aufträgen und keinen Investitionen in zukünftiges Wachstum kann eine gute Eigenkapitalquote aufweisen. Gleichzeitig kann eine Vergabe von neuen Anteilen noch bevorstehen, die in der Momentaufnahme noch nicht in die Berechnung der Quote eingehen und daher ein negativeres Bild zeichnen, als es in der Realität der Fall ist. Wichtig ist grundsätzlich, die Beurteilung der gesamten wirtschaftlichen Lage.

Wie kann die Eigenkapitalquote verbessert werden?

Bei gleichbleibender Bilanzsumme kann das die Quote durch Austausch von Fremdkapital mit Eigenkapital verbessert werden. Alternativ kann beispielsweise durch Optimierung von Lieferungen und Lagerbeständen die Bilanzsumme als solche verkürzt werden. Auch das hätte einen positiven Effekt.

Außerdem kann das Forderungsmanagement optimiert werden, indem die Zahlungsziele verkürzt werden, ein automatisiertes Mahnwesen eingeführt oder Factoring eingesetzt wird. Auch das Leasing vom Anlagevermögen würde sich positiv auf die Eigenkapitalquote auswirken.

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